Lavendel, das Superkraut. Seit 1990 wählt der interdisziplinäre Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Pflanzenkunde" der Universität Würzburg alljährlich die Arzneipflanze des Jahres. Für 2020 ist es der Echte Lavendel. TV-Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer über die Heilkräfte des Lavendels.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. Februar 2020 (12:57)
Hademar Bankhofer rät: „Es ist bereits ein medizinisches Erlebnis, wenn man an einem Lavendel-Beet steht und den Duft der Blüten einatmet.“
Hademar Bankhofer

Bereits in der Antike hat man erkannt, dass Lavendel über Heilkräfte verfügt, dass er beruhigt und desinfiziert. Im alten Rom hat Plinius, der Ältere, Lavendelblüten zur Schmerzlinderung, bei Magenschmerzen, Nierenleiden und Insektenstichen eingesetzt. Römische Soldaten haben immer Lavendelessenz zur Beruhigung der Nerven und zur Behandlung von Verletzungen dabei. Die Römer haben der Heilpflanze auch den Namen gegeben. Da Frauen und Männer dem Badewasser Lavendelessenz beigegeben haben, und „waschen“ lateinisch „lavare“ bedeutet, entstand daraus die Bezeichnung Lavendel. In unseren Gegenden hat der Lavendel seine Anerkennung durch die Klostermedizin gefunden. 

Es gibt an die 400 Lavendel-Arten. Der wertvollste Lavendel, was seine Wirkstoffe betrifft, wächst in Spanien, Marokko, Ungarn, Norditalien, England und Argentinien. Ursprünglich stammt der Lavendel aber aus Persien. 

In erster Linie werden die Lavendelblüten und selten auch die Blätter verwendet. Die Blüten werden in den Sommermonaten Juni, Juli und August geerntet. Und zwar bei Sonnenschein, mittags. Da enthalten die Blüten den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen. Die Inhaltsstoffe der Pflanze sind gut erforscht. 

Lavendel zum Einschlafen

Lavendel hilft gut gegen Schlafprobleme: Man reibt sich vor dem Zubettgehen die Schläfen mit Lavendel-Öl ein. Zusätzlich kann man ein paar Tropfen auf einen nassen Wattebausch geben und den Duft einatmen. Oder man gibt ein paar Tropfen aufs Kopfkissen. Oder man füllt ein Leinensäckchen mit getrockneten Lavendelblüten und legt es neben das Kopfkissen. 

Lavendel als Wachmacher: Einfach in eine kleine Dessertschüssel mit Wasser 30 Tropfen Lavendel-Öl und 10 Tropfen Zitronen-Öl geben. Das schafft eine frische Raumatmosphäre und hält wach.

Lavendel gegen Schmerzen und Stress

Man kann leichte rheumatische Schmerzen lindern. Man kann damit das Bindegewebe stärken. Man kann Stress abbauen. Man kann sich für den Freizeitsport ideal aufwärmen. Man kann Bauch- und Unterleibsschmerzen, wenn sie keine gefährliche Ursache haben, erfolgreich bekämpfen. Aber man nimmt dazu nicht das Lavendel-Öl. Man stellt sich selbst ein Massage-Öl her. Man nimmt etwas Olivenöl oder Sesam-Öl und gibt ein paar Tropfen Lavendel-Öl dazu.

Lavendel gegen Ängste

Man kann ein Lavendel-Bad nehmen. Oder aber man trinkt täglich zwei Tassen Lavendel-Tee mit etwas Honig. Man kann damit auch sehr oft erhöhten oder zu hohen Blutdruck normalisieren. An der Universität Gießen hat eine Studie ergeben, dass man die Wirkstoffe vom Lavendel hochdosiert gegen Ängste auch in der Psychotherapie einsetzen kann.

Lavendel gegen depressive Verstimmungen

Man massiert ein paar Tropfen Lavendel-Öl am Bauch direkt ins sogenannte Sonnengeflecht am Nabel ein. Und man trinkt eine Tasse Lavendelblüten-Tee.

Lavendel gegen Erkältungen

  • Gegen Halsschmerzen: 4 Tropfen Lavendel-Öl in ein Glas lauwarmes Wasser. Damit mehrmals am Tag eine Minute gurgeln. 
  • Bei Atemwegsentzündungen: 5 Tropfen Lavendel-Öl in einen Topf mit heißem Wasser geben und die aufsteigenden Dämpfe zehn Minuten lang einwirken lassen.
  • Ein Fußbad nehmen: 20 Tropfen Lavendel-Öl in einen Eimer mit sehr warmem Wasser geben, da für 15 Minuten die Füße hineinstellen. Danach gut abtrocknen.

Lavendel gegen Nervosität

Öffnen Sie mehrmals am Tag das Fläschchen mit Lavendel-Öl und riechen Sie intensiv daran. Man spürt sofort, wie man ruhig und entspannt wird. Man kann aber auch ein paar Tropfen in ein Taschentuch geben und mehrmals am Tag daran riechen. Oder man gibt drei Tropfen Lavendelöl auf ein Stück Würfelzucker und lässt dieses langsam im Mund zergehen. Dieses Rezept ist natürlich nicht für Diabetiker.

Lavendel gegen Insektenstiche

Die Wirkung ist medizinisch nachgewiesen, vor allem bei Gelsen. Man träufelt einfach zwei Tropfen Lavendel-Öl auf die Einstichstelle und wiederholt die Anwendung nach ein paar Minuten. Dann schwillt die Stichstelle nicht an.

Lavendel für die Haut

  • Pickel vergehen schneller, wenn man mehrmals am Tag ein Wattestäbchen in Lavendel-Öl tränkt und damit den Pickel betupft. Damit wird die betroffene Stelle desinfiziert. Die Heilung der betreffenden Hautstelle wird unterstützt. 
  • Und hier eine Gesichtskompresse zum Beruhigen von entzündeter, gereizter Haut: In 1/4 Liter Wasser gibt man drei Tropfen Lavendelöl. Ein Tuch eintauchen, auswringen
    und für zehn Minuten aufs Gesichts auflegen. Das wirkt auch schmerzlindernd bei leichtem Sonnenbrand. 
  • Hademar Bankhofer, Jahrgang 1941, zählt zu den führenden Gesundheitspublizisten im deutschsprachigen Raum, ist seit 50 Jahren in den Printmedien vertreten und seit 40 Jahren in Fernsehen und Radio präsent. Seine Kernthemen sind gesunde Ernährung, Naturarzneien, Hausmittel, Prävention und Lebenshilfe. Er hat bisher 61 Bücher geschrieben, wovon viele Bestseller geworden sind. 
  • WEB-TV: www.einfachbankhofer.tv