Niederösterreich

Erstellt am 13. Februar 2019, 01:55

von Christine Haiderer

Mehr entspannte Zeit im Alltag. Jede Menge Herausforderungen warten im Beruf wie im Privatleben. Oft ist es stressig, oft schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Umso wichtiger sind Wege, sich zu entspannen. Und von denen gibt es viele.

Der Alltag braucht hin und wieder entspannte Momente. Techniken dazu kann man trainieren.  |  fizkes/Shutterstock.com

„Im Alltag ist alles nach außen gerichtet. Wir sind immer beschäftigt, haben wenig Zeit für uns“, so die zertifizierte Yogalehrerin Doris Greil. Doch: „Wenn wir unseren Körper spüren lernen, dann wird man körper-bewusster.“ Das hilft dabei, besser wahrzunehmen, wie es einem geht. Und das wiederum ist die Basis dafür, dass man die Situation verbessern kann. Denn: „Wenn einem etwas bewusst wird, hat man auch die Möglichkeit, etwas zu verändern.“

Eine Möglichkeit, besser zu sich zu kommen, bietet Yoga. Worum es dabei geht? „Harmonie zwischen Körper, Atmung und Geist. Das bringt einen zu sich selbst.“ Es geht aber auch darum, dass man die Übungen so durchführt, dass man bei dem ist, was man gerade tut. „Dass man sich spürt in den Übungen.“ Und nicht in Gedanken schon bei all den Erledigungen, die man noch im Kopf haben könnte, wie ein Telefonat mit der Freundin oder Supermarkteinkäufe.

"Yoga hat viel mit Selbstfürsorge zu tun"

„Yoga kann den Raum geben für Körper, Atmung und Gedanken, die Verbindung zu sich selbst zu schaffen und das Bewusstsein schärfen“, so Greil, die Yogakurse im Schloss Petzenkirchen und in Scheibbs hält.

„Yoga hat viel mit Selbstfürsorge zu tun.“ Im Alltag, in der Schule, in der Arbeit ist man vielen Rahmenbedingungen unterworfen, muss man vieles tun, bei dem kaum eine Wahl besteht. Zwar wird auch bei Yoga etwas vorgegeben, aber man kann selbst entscheiden, ob man sich danach fühlt, die eine oder andere Übung jetzt so oder auch nicht zu machen, oder ob es einem gerade nicht guttun würde.

Ruhig bleiben können

Hat man gelernt, sich mit Yoga zu entspannen, nimmt man das auch in den Alltag mit.

Man kommt nicht mehr so schnell aus der Ruhe. Auch wenn es hektisch und stressig wird. Man trifft Entscheidungen bewusster. Man ist widerstandsfähiger.

Ob es eine Voraussetzung dafür gibt, Yoga auszuüben? „Ein bequemes Gewand“, lacht sie. Das muss übrigens nicht immer super sportlich sein. Bei ihrem Workshop „Mit Yoga in den Tag starten“ beim Frauengesundheitstag der NÖ Gebietskrankenkasse in Ybbs etwa, steht: „Keine Fitnessbekleidung erforderlich!“

Gleich danach verrät übrigens die Psychologin und Kommunikationstrainerin Natalia Ölsböck mehr über Werkzeuge zur Seelenstärkung beim Vortrag „Selbst ist die Frau“.

Achtsam im Moment sein

Es gibt viele Möglichkeiten, sich Gutes zu tun. Wer Entspannung sucht, kann es auch mit Achtsamkeit versuchen.

Dabei nimmt man bewusst wahr, was gerade im Moment ist. Zum Beispiel beim normalen Sitzen auf einem Sessel: Wie fühlt sich der Boden unter den Füßen an? Wie sehr berühre ich den Sessel? Wie greift sich das Buch an, das ich in meinen Händen halte?

Man urteilt nicht. Es ist eine Form der Konzentration, bei der man sieht, wie viel Gutes gerade passiert. Und: Es geht um Dankbarkeit.

Um Achtsamkeit geht es übrigens auch beim zweiten Globart Mindfulness Forum unter anderem mit dem Sozialpädagogen und Pionier Nils Altner im Stift Melk, wenn untersucht wird, wie eine achtsame, mitfühlende Haltung sich auf das Stresserleben, die Gesundheitsressourcen und das Miteinander in der Schule auswirken kann.

Was man sonst noch tun kann, um der Entspannung näher zu kommen?

Schlafen.

„Im Schlaf sinkt der Spiegel des Stresshormons Kortisol auf ein minimales Level. Somit ist Schlaf die einfachste Art der Entspannung und dafür von der Natur auch eingerichtet“, verrät das Österreichische Gesundheitsportal.

„Wer sich durch gezielte Kurzschlafphasen am Tag entspannen kann, für den ist das sogenannte Power-Napping als Entspannungsmethode gut geeignet.“ Also ruhig das Mittagsschläfchen am Wochenende genießen!

Progressive Muskelentspannung

nach Jacobson. Dabei spannt man bestimmte Muskelgruppen bewusst und intensiv an und entspannt sie dann sofort wieder.

Autogenes Training.

In bequemer Haltung werden einfach Sätze vorgesagt und trainiert, die einen in einen entspannten Zustand versetzen sollen.

Fantasiereisen.

Im Zentrum stehen angenehme Situationen oder schöne Orte, zu denen man sich hinträumt. 

Darüber hinaus gibt es viele weitere Wege, sich zu entspannen.