Smart und sicher rund um die Uhr?. Intelligente Wohnsysteme werden immer beliebter. Doch der völlig vernetzte Haushalt ist auch für Cyberkriminelle leicht angreifbar. Eine polizeiliche Beratung vorab ist empfehlenswert.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 11. August 2019 (04:50)
Sämtliche elektronische Geräte via Smartphone oder Tablet bequem steuern, ist heute keine Zukunftsvision mehr. Doch wer sich für ein „Smart Home“ entscheidet, sollte schon beim Einbau darauf achten, dass das Netzwerk für Kriminelle unantastbar bleibt.
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„Smart Home“, übersetzt also „schlaues Heim“, ist ein Begriff, der in der Immobilienbranche der letzten Jahre immer häufiger auftaucht. Immer mehr Hausbauer lassen sich „intelligente Wohnsysteme“ einbauen.

Als „Smart Home“ wird das informations- und sensortechnisch aufgerüstete, in sich selbst und nach außen vernetzte „Zuhause“ bezeichnet. Es zielt auf eine Erhöhung der Lebensqualität, der Energieeffizienz und· der Betriebs- und Einbruchssicherheit ab.

Zahlreiche Funktionen können zentral gesteuert werden. So kann man via Smartphones oder Tablets die Beleuchtung, das Garagentor oder auch einen Rollbalken steuern.

Da die Sensoren wie Bewegungsmelder oder Temperaturmesser genauso wie die Aktoren wie Rolloantrieb, Kameras, Thermostate oder akustische Melder über Funk oder Wlan kommunizieren, ist die Installation mit geringem Aufwand verbunden. Beim Neubau sollte alternativ auch über die Möglichkeit einer Fixverkabelung (Bus, Cat7) nachgedacht werden. Das Leben wird somit erleichtert. Doch was Vorteile bringt, birgt mitunter auch Gefahren in der Sicherheit – und zwar dann, wenn „Smart-Home-Systems“ schlecht abgesichert sind und somit leichtes Ziel für Hacker werden, denn auch Einbrecher gehen mit der Zeit.

Passwörter: Schon beim Kauf sollte daher darauf geachtet werden, dass der Softwareanbieter Updates über länger bereitstellt. „Die Verwendung von Standardpasswörtern ist für Internetkriminelle das Haupteinfallstor für Angriffe auf smarte Geräte im Heimnetz“, warnt Max Schernhammer, IT-Experte der Kriminalprävention im Landeskriminalamt NÖ. Die von den Anbietern standardmäßig eingestellten Passwörter sollten daher sofort geändert werden und ein eigenes, sicheres Passwort mit ausreichender Länge, Zahlen und Buchstaben, Groß- und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen verwenden.

Firewall nutzen: Falls der Router über eine Firewall verfügt, gilt es, diese unbedingt zu aktivieren und auch beim Router das voreingestellte Passwort oder den Schlüssel zu ändern. „Vielfach findet sich der WEP, WPA/WPA2-Schlüssel am Gerät“, informiert Schernhammer.

Verschlüsselung nötig: Bei der Anschaffung von „smarter“ Sicherheitstechnik sollte man sich erkundigen, ob die Geräte eine verschlüsselte Kommunikation mit dem Heimnetzwerk und Internet unterstützen. „Von Geräten, die nur unverschlüsselt kommunizieren können, raten wir ab. Diese sind nicht manipulationssicher“, warnt er.

VPN einrichten: Falls der Router die Möglichkeit bietet, sollte ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) eingerichtet werden. Schernhammer: „Ein Fernzugriff ist dann nur über vordefinierte Geräte möglich und verschlüsselt.“

Physikalische Sicherheit: USB- oder LAN–Ports sollten von außen bzw. für Außenstehende gar nicht oder schwer zugänglich sein. „Beim Kauf smarter Geräte sollte hinsichtlich der Privatsphäre explizit nachgefragt werden, welche Daten gesammelt und wo bzw. wie diese gespeichert werden. Oftmals sind solche Daten für die Erbringung des erwünschten Dienstes nichtnotwendig“, so Schernhammer.
Versicherungen bieten vereinzelt Zusatzpakete für Smart Home an. Vorsicht ist aber bezüglich des Schlagwortes „Obliegenheitsverletzung“ geboten. „Einen Knopf zu drücken, der eine bestimmte Funktion auslöst und anschließend wegzugehen oder dies aus der Ferne über das Smartphone zu tun, wird im Schadensfall auf dasselbe hinauslaufen – die Nichtleistung des Versicherers.“