So verhaltet ihr euch bei einem Blackout richtig. Auf einmal war es finster…..

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 02. Oktober 2019 (14:07)
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…. im ganzen Haus, in der ganzen Straße. Okay, ein Stromausfall, kein Drama, oder? Mal die Freunde anrufen, ob sie Strom haben. Seltsam – kein Handynetz. Na ja, er wird schon wieder kommen, der Strom. Komisch nur, dass es so komplett finster draußen ist. Nicht einmal irgendein Licht, nur ein paar Autoscheinwerfer von Zeit zu Zeit.

2 Stunden später noch immer kein Strom, noch immer kein Handynetz. Keine Nachrichten, kein Internet, kein gar nichts. Oder doch? Das Autoradio! Also ab in’s Auto und das Radio eingeschaltet. Und da ist es zu hören, in Dauerschleife: BLACKOUT! Totaler Stromausfall im ganzen Land. Wie lange er dauert, kann noch niemand abschätzen, ein paar Tage mindestens, vielleicht sogar über eine Woche.

Grund: Zusammenbruch des Stromnetzes wegen eines Unfalls in einem Kraftwerk in Deutschland. Und weil das Stromnetz in Europa so eng geknüpft ist, ist das Netz großflächig zusammengebrochen, Teil von Deutschland, Österreich und Tschechien sitzen im Dunklen…… Nur gut, dass die beim Radio Notstromaggregate haben, sonst gäbe es nicht einmal diese Meldung. Mal sehen, was die Zeitungen in der Früh darüber schreiben.

Kein Wasser, kein Einkaufen, kein Handy...

Aber halt! Zeitungen? Gibt’s nicht ohne Strom. Einkaufen? Geht nicht ohne Strom. Handy? Fehlanzeige. Kühlschrank, Aufzug, Warmwasser, überhaupt Wasser, Heizung, Herd, Mikrowelle, Babyfon, Bankomat, Online-Einkauf, Rasierapparat, Flascherlwärmer, Klospülung (okay, einmal geht sie noch, aber dann ist auch sie trocken), Alarmanlage, Türöffner, Straßenbahn, Apotheke, Arztpraxis, Tankstelle….. nichts geht mehr. Heute nicht. Morgen nicht. Tagelang, vielleicht mehr als eine Woche lang nicht. Der blanke Horror!! Aber das kann doch eh nicht wirklich passieren, oder?

Hochspannungsnetz in Europa eng verstrickt

Doch, kann es. Und es ist sogar ziemlich wahrscheinlich. Das Höchstspannungsnetz – also das Netz, in das die Kraftwerke direkt einspeisen - ist in Europa wirklich eng gestrickt, allein in Österreich ist es über 6.400 km lang. Wenn es da eine größere Störung gibt, kann es leicht zum berühmten Domino-Effekt kommen, und große Teile von Europa sind stromlos – für längere Zeit, denn das Höchstspannungsnetz wieder aufzubauen, dauert. Welche größere Störung das sein könnte, fragen Sie? Na ja, ein Unfall, ein Erdbeben, ein Schneesturm, ein Terroranschlag, ein Cyberangriff, ein schweres Unwetter…. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Ja, das ist eine Katastrophe, da haben sie ganz recht. Und sie haben recht, sie können nichts dagegen machen, gegen das Blackout. Gegen den Stromausfall nicht, aber gegen seine Folgen schon! Einen Vorrat an Lebensmitteln, die auch ohne Kühlschrank haltbar sind, anlegen (mehr dazu hier) ; ein Batterieradio, eine Taschenlampe, einen Campingkocher griffbereit haben; die wichtigsten Hygieneartikel wie Zahnpasta, Klopapier, Seife auf Vorrat haben; Einweggeschirr und -besteck zu Hause haben.

Da gibt es so einiges, das sie tun können, damit sie auch ohne Strom gut über die Runden kommen. Nur – sie müssen es tun, BEVOR der Strom ausfällt. Wir, die (meist ehrenamtlichen) MitarbeiterInnen des NÖZSV helfen ihnen gern dabei mit allen Informationen, Tipps und Ratschlägen. Sie finden uns in ihrer Gemeinde oder im Internet unter noezsv.at.

P.S. Es muss nicht immer großflächig sein. 2014 waren an der Grenze Österreich/Slowenien 15.000 Menschen 10 Tage lang ohne Strom. Im Lesachtal in Kärnten hatten nach den Unwettern Ende Oktober 10.000 Haushalte tagelang keine Stromversorgung…….