Gemüse im Winter: 5 Tipps zur idealen Lagerung. Die Auswahl in der Gemüsekiste wirkt im Sommer grenzenlos. Genießt die Vitaminvielfalt auch im Winter – diese fünf Tipps fürs ideale Gemüselager machen’s möglich!

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 05. Dezember 2020 (03:35)
Netzwerk Kulinarik/pov.at

Im Sommer strotzen die Regale vor heimischer Vielfalt. Werden die Tage kürzer und die Temperaturen kälter, sinkt das Angebot an heimischem Gemüse. Der Genuss von regionalen Karotten, Zwiebeln und Erdäpfeln ist aber nicht auf die warmen Monate begrenzt. Dem Lagergemüse sei Dank!

Eingelagerte Vitaminträger sind die nachhaltige Alternative zur Auslandsware im Winter. Kohl-, Wurzel-, Knollen- und Zwiebelgemüse können unter richtigen Bedingungen zum Teil monatelang frisch gehalten werden, ohne groß Geschmack oder Qualität einzu büßen.

5 Tipps fürs Gemüseeinlagern

1. Oberstes Gebot: Gesund und frei von Schädlingen

Nur gesundes und unversehrtes Gemüse wird eingelagert. Ist ein Befall von Krankheiten oder Schädlingen festzustellen, ist die Ware im Lager tabu.

2. Schnitt- und Schwachstellen vermeiden

Gemüse sollte im unverarbeiteten Zustand immer im Ganzen einlagert werden. Schnitt- oder Schwachstellen an Wurzeln oder Knolle vermeiden. Sie können Fäule verursachen oder zum „Ausbluten“ führen, wobei der Saft verloren geht und das Gemüse ungenießbar wird.

Stammt das Gemüse aus dem eigenen Garten, kann man die Lager fähigkeiten bereits bei der Ernte positiv beeinflussen:

Gemüse zeitgerecht ernten, sonst platzt es auf oder fällt dem ersten Frost zum Opfer Laub abdrehen statt abschneiden, Schnittstellen vermeiden Blätterstrunk von ca. 2 cm stehen lassen Wurzeln bei Wurzelgemüse nicht an-/abschneiden

3. Erfolgsfaktor ‚Lagerraum‘

Lichtgeschützt und frostfrei sind wohl die wichtigsten Eigenschaften eines Lagerraums. Nässe gilt es zu vermeiden, wobei eine spürbare Luftfeuchtigkeit fürs Gemüse gut ist, so werden z. B. schrumpelige, gummiartige Karotten vermieden.

Kellerräume sind daher altbewährte Gemüselagerplätze.

Unter 0 °C gefriert Gemüse und wird dadurch ungenießbar. Ab

10 °C beginnt es auszutreiben, weshalb es rasch verarbeitet/verkocht werden soll.

Erdäpfel sind besonders lichtempfindlich. Sie färben sich sonst grün und bilden den giftigen Stoff Solanin. Bei ca. 10 °C halten sie lichtgeschützt bis zu 3 Monate.

Gemüse wie z. B. Kürbisse sollten bei ca. 20 °C eingelagert werden. Ihre Schale härtet so aus, wodurch sie besser lagerfähig sind.

Netzwerk Kulinarik/pov.at

4. Artgerechte Bedingungen schaffen

Luftdichte Säcke und Kisten sind fürs Gemüseeinlagern ungeeignet. Kondenswasserbildung und Fäule können die Folge von schlechtem Luftaustausch sein. Offene Kisten haben sich über die Jahre bewährt.

Wurzelgemüse wie Sellerie, Rote Rüben, Karotten und Co. bleiben in Kisten, eingeschlagen in feuchtem Sand, frisch. Mit regelmäßiger Wasserzugabe kann so auch an trockenen Lagerplätzen eingelagert werden.

Lauch muss bei mildem Winterverlauf nicht eingelagert werden. Falls die Temperaturen doch zu tief fallen, gräbt man das Gemüse einfach mit Wurzeln aus, kürzt die Blätter und stellt es dicht an dicht in einem Topf in Erde.

5. Auf gute Nachbarschaft im Lager achten

Diebstahl im Gemeinschaftskeller ist dabei nicht gemeint. Das Problem ist Ethylen, ein Gas, das Gemüse früher verderben lässt.

Tomaten und Äpfel setzten beim Einlagern Ethylen frei. Das Gas entsteht beim Reifeprozess, der unausweichlich stattfindet. Ethylen begünstigt Fäule und Verderb bei umliegendem Gemüse.

Obst wie Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Marillen, Nektarinen und Zwetschken sind als „Problemnachbarn“ im Gemüselager bekannt.

Weiteres Küchenwissen, Kochtipps und saisonale Genussthemen finden Sie unter www.soschmecktnoe.at