Das Comeback der Pastinaken. Ein Klassiker neu entdeckt: In den letzten Jahren, beinahe von Karotte und Erdäpfel verdrängt, erfreut sich die Pastinake wieder zunehmender Beliebtheit.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 13. Februar 2019 (02:54)
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Beinahe mit der Wurzelpetersilie zu verwechseln: die Pastinake. Immer öfter landet sie wieder auf den Tellern Österreichs.

Selten sind Comebacks erfolgreich. Bei der Pastinake allerdings schon. Obwohl sie seit jeher ein wichtiges Grundnahrungsmittel war, geriet sie in Österreich in den vergangenen 200 Jahren in Vergessenheit. Doch mit den zunehmenden Bemühungen in der biologischen Landwirtschaft arbeitet sich der ehemalige Star vom Auslaufmodell zum Trendsetter. Zurück auf die Teller (Nieder-)Österreichs.

„Vor zehn Jahren“, erzählt Roman Haas, Landwirt aus dem Marchfeld in Breitstetten, „haben wir Pastinaken schon einmal angebaut. Damals war die Nachfrage nicht da und wir hörten wieder damit auf.“ Das hat sich nun geändert: Seit vier Jahren sät der Gemüsebauer alljährlich wieder im März das linsengroße Saatkorn in die Erde. Und bewässert sie im Anschluss sofort, „ansonsten wird das nichts“.

Für Klein & Groß gut verträglich

Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit eignen sich Pastinaken hervorragend für Babynahrung. Das ist auch der Grund, warum die Pastinaken wieder auf den Feldern der Landwirt-Familie Haas wachsen: „Als meine Schwester ihr Kind bekam, bin ich wieder auf die Pastinake gekommen“, erzählt Roman Haas. Jährlich baut er 150 bis 200 Tonnen an – zwei Drittel davon biologisch.

Doch nicht nur bei den Kleinen heißt es „wohl bekommt’s“: Ob als Suppe, als Beilage oder als Püree liefert die Pastinake viel Kraft und Wärme gegen die winterliche Kälte. Ihr selbst machen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nichts aus, denn „Frost macht die Pastinake erst richtig aromatisch“, heißt es schon im Volksmund. Und es stimmt: Da sie mit Kälte gut klar kommt, weist sie eine lange Lagerfähigkeit auf. Was sie zum idealen Wintergemüse macht. Das wussten auch schon die alten Römer, die deren Anbau sogar gesetzlich vorschrieben.