Den Schwertführerinnen ist eines wichtig: Spaß im Glas. Kerstin Schwertführer ist Winzerin in der Gemeinde Sooß im Bezirk Baden, also in der Thermenregion. Mit 22 Jahren ist sie die jüngste Kellermeisterin, arbeitet im Familienbetrieb und ist eine Finalistin bei der „Schlossquadrat-Trophy 2019“.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 07. Februar 2019 (06:24)
: Schwertführer
Gemeinsam mit ihrer Schwester produziert Kerstin Schwertführer den Wein „Schwertführerinnen“ in Sooß in der Thermenregion.

„Es war für mich schon immer klar, dass ich Winzerin werde. Ich hatte nie einen anderen Berufswunsch“, sagt die Winzerin Kerstin Schwertführer lachend. Dass der Job mehr als nur ein Beruf ist, hört man, wenn die jüngste Kellermeisterin Österreichs über ihren Job spricht. Es ist eine Leidenschaft.

Und diese zahlt sich nun aus, denn die 22-Jährige ist eine der sechs Finalistinnen der „Schlossquadrat-Trophy 2019“ . Im Jahr 2009 wurde die Initiative zur Förderung österreichischer Nachwuchswinzer vom Gastronomiebetrieb Schlossquadrat in Kooperation mit dem SALON Österreich Wein ins Leben gerufen.

Ablauf des Finales der Wine-Trophy ist Überraschung

Was genau beim Finale passieren wird, weiß Schwertführer noch nicht: „Das ist alles noch sehr vage. Mir wurde noch nicht viel verraten. Nur, dass man auf der Bühne offenbar sehr spontan antworten soll. Ich bin schon gespannt.“

Nach der Matura am Gymnasium besuchte die Winzerin die Weinbauschule in Krems. 2014 hat sie die Schule abgeschlossen und danach gleich die Ausbildung zur Kellermeisterin gemacht. Schwertführer hat aber nicht „nur“ im Betrieb daheim Berufserfahrungen gesammelt. Im Zuge eines Praktikumsjahres beim Weingut Kollwentz im Burgenland schnupperte die Winzerin in andere Weingefilde.

Weintradition seit über 100 Jahren

Das Weingut „Schwertführer 35“ gibt es seit 1898 und wird als Familienbetrieb geführt. „Ich glaube, das macht die Weine aus, dass da mehrere Generationen mitarbeiten. Die Oma ist ganz stark involviert, hilft beim Heurigenbetrieb und Etikettieren und kocht für uns jeden Tag Mittagessen.“ Auch ihr Großvater habe noch mit 80 Jahren Arbeiten mit dem Traktor erledigt: „Das war sein Leben.“

Den Job lernen mit Eigenverantwortung

Gemeinsam mit ihrer Schwester bringt sie unter der Marke „Die Schwertführerinnen“ ein eigenes Weinsortiment auf den Markt. Beide hätten sehr früh Flächen zum Bewirtschaften bekommen, weil „Papa wollte schon damals, dass man das Arbeiten selber lernt und Eigenverantwortung übernimmt“.

Besonders mache die Weine, dass sie ihnen Zeit gäbe: „Wir lagern sie lange auf der Weinhefe. Es liegt uns am Herzen, dass sie regionstypisch sind. Eine schöne klare Frucht. Es muss Spaß im Glas machen.“

Ebenso am Herzen liegt der Familie Schwertführer auch die Nachhaltigkeit. Am Weingut werden die Leerflaschen sowie die Kartons zurückgenommen, damit sie wiederverwendet werden können. Außerdem wird das Heurigenlokal mit gerodeten Rebstöcken und gebrauchten Holzstehern aus den Weingärten geheizt.

Verwirklichung im Weinkeller

Dass Schwertführer ihren Traumjob hat, hört man in jedem Satz: „Das Schönste ist die Vielfältigkeit. Dass man draußen an der Rebe in der frischen Luft stehen kann und sich im Keller verwirklichen darf. Beim Heurigenbetrieb hat man Kontakt zu den Kunden, auch beim Ab-Hof-Verkauf.“ Auch auf Veranstaltungen und Messen ist Schwertführer gerne: „Es ist spannend, wenn man Produkte verkaufen kann und den Werdegang von einem Jahrgang zum nächsten miterlebt.“Bald kommt übrigens ein neues Produkt der „Schwertführerinnen“ auf den Markt: ein gelber Muskateller Sparkling. „Der ist fruchtig.“ Das große Finale der Schlossquadrat-Trophy findet am 21. Mai 2019 statt. „Zu gewinnen wäre natürlich sehr schön!“