Mehrheit der Paare von Fahrweise des Partners genervt. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich 57% der österreichischen Paare bei der gemeinsamen Autofahrt in den Sommerurlaub in die Haare kriegen. Frauen möchten sich beim Fahren vor allem sicher fühlen, Männer wollen möglichst schnell ans Ziel kommen. Am harmonischsten verläuft die Urlaubsfahrt bei Frischverliebten.

Von Redaktion noen.at und Redaktion bvz.at. Erstellt am 07. August 2020 (12:50)
shutterstock.com/Antonio Guillem

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise geht es heuer bei vielen Österreichern mit dem Auto in den Urlaub. Für 57 Prozent der Paare birgt das Autofahren mit dem Partner aber einiges an Konfliktpotenzial. Das Kommentieren der Fahrweise vom Beifahrersitz aus (14%) und das An- und Abdrehen der Klimaanlage (10%) sorgen dabei am meisten für Zündstoff.

Das Einparken oder das platzsparende Beladen des Autos - etwa mit Urlaubsgepäck - sind kaum ein Streitthema, nur je zwei Prozent gaben das an. Deutlich wird, dass die als störend empfundenen Verhaltensweisen geschlechterspezifisch sind: Frauen stört es, wenn der Partner beim Autofahren aggressiv wird und flucht, zu schnell oder zu riskant fährt. Männer nervt, dass Frauen nicht pünktlich abfahrbereit sind, zu oft Toilettenpausen brauchen und zu zaghaft fahren. Frischverliebte gehen beim gemeinsamen Roadtrip im Vergleich zu Paaren, die zwei Jahre oder länger zusammen sind, noch deutlich toleranter miteinander um.

Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Online-Partneragentur Parship.at, die von Marketagent.com durchgeführt wurde.

Männer möchten schnell ans Ziel

16 Prozent der Frauen halten es nur schwer aus, wenn ihr Partner beim Fahren schnell aggressiv wird und vor sich hin schimpft. Auch das zu schnelle und riskante Fahren (15% und 12%) wurde vor allem von den Frauen als Störfaktor genannt - Männer haben damit weniger ein Problem (5% und 4%). Sie beklagen, neben dem Kommentieren der Fahrweise und dem Auf- und Abdrehen der Klimaanlage, vor allem die Unpünktlichkeit der Partnerin bei der Abfahrt (10%) und häufige Toilettenpausen (9%). Acht Prozent der Befragten finden außerdem, dass die Partnerin zu langsam fährt. Die wenigsten stört es, dass die Partnerin nicht nach dem Weg fragt (1%, bei den Frauen 9%).

Caroline Erb, Psychologin bei Parship.at: „Bei vielen Paaren ist bei der gemeinsamen Autofahrt Streit vorprogrammiert. Im Paar-Urlaub braucht es deshalb vor allem eines: Kompromissbereitschaft, Rücksicht und viel Verständnis. Frauen und Männer empfinden anders, deswegen wäre es günstig sich in den anderen hineinzuversetzen und auf die eigene Pünktlichkeit und Verantwortung gegenüber dem anderen zu achten. Auch ein kurzes Gespräch über den Reiseverlauf vor der Abfahrt kann hilfreich sein.“

Frischverliebte sehen Fahrkünste des Partners durch rosarote Brille

Bei einer Beziehungsdauer unter zwei Jahren sind Paare nachsichtiger: Für 52 Prozent gibt es bei der gemeinsamen Autofahrt keinerlei Unstimmigkeiten, bei den Beziehungen die länger als zwei Jahre dauern, sind es im Schnitt nur 42 Prozent, die gar nicht streiten. So ärgern sich etwa nur zwei Prozent über das An- und Abdrehen der Klimaanlage. Bei Beziehungen, die länger als zwei Jahre dauern sind es 11 Prozent, bei denen über 15 Jahre im Schnitt sogar 13 Prozent. Aggressives Verhalten beim Fahren beklagen bei den Frischverliebten nur drei Prozent der Befragten, bei den Beziehungen über zwei Jahre sind es im Schnitt 11 Prozent.

Autofahrt ins Glück gelingt am ehesten den Oberösterreichern

Im Bundesländervergleich sind die Oberösterreicher im Großen und Ganzen am entspanntesten: 49 Prozent haben keinerlei Streitpunkte beim Autofahren. Bei den Vorarlbergern und Tirolern gibt es die meisten Unstimmigkeiten: Hier sind nur 36 Prozent mit dem Fahrstil des Partners gänzlich zufrieden. Wien (43 %), die Steiermark (42%) sowie Niederösterreich und das Burgenland (40%) liegen im Mittelfeld. 22 Prozent der Vorarlberger und Tiroler stört das Kommentieren von der Beifahrerseite, bei den Oberösterreichern sind es nur 13 Prozent. Auch beim schnellen Fahren sind die Vorarlberger und Tiroler am wenigsten tolerant:  15 Prozent stört es, wenn der Partner rast – bei den anderen Bundesländern liegen die Werte etwas weiter unten (zwischen 7-12%). 12 Prozent der Vorarlberger und Tiroler kritisieren außerdem das riskante Fahren des Partners, bei den Wienern sind es mit fünf Prozent vergleichsweise deutlich weniger.