Leopoldsdorf , Wien

Erstellt am 13. Februar 2019, 02:48

von Teresa Sturm

PÆNDA auf dem Weg zum Song Contest. Gabriela Horn unterrichtet in Leobersdorf in der Musikschule seit mehreren Jahren Gesang. Nebenbei schreibt und produziert sie ihre eigene Musik. Die harte Arbeit hat sich nun ausgezahlt: Unter dem Künstlernamen PÆNDA wird sie beim Eurovision Song Contest für Österreich antreten.

Gabriela Horn   |  ORF/Thomas Ramsdorfer

„Es ist viel los, seit dem, und ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr so viel geredet“, sagt Gabriela Horn lachend. Der Grund: Der ORF hat vor zwei Wochen bekannt gegeben, dass Horn für Österreich zum Eurovision Song Contest nach Tel Aviv fahren darf: „Es ist für mich ein schönes Geschenk, weil ich hart gearbeitet habe dafür.“

Die Wienerin, die in der Steiermark aufgewachsen ist, hat schon mit 14 Jahren eigene Lieder getextet und lernte Gitarre und Klavier. „Ich war mit 16 Jahren im Chor und Musik war für mich immer im Mittelpunkt in meinem Leben, aber ich habe ein bisschen Umwege über andere Studien genommen.“

Viele Wege führen zur Musik

Horn hat, nachdem sie die HAK abgeschlossen hat, Mediendesign und Psychologie studiert. Der Marketingschwerpunkt in der Schule habe ihr später bei der Selbstvermarktung als Musikerin geholfen. Ebenso die beiden Studien: „Wenn man als Lehrerin unterrichtet, schadet es nicht, wenn man sich mit Psychologie auskennt.“ Irgendwann war aber doch klar für Horn, dass sie dem Ruf der Musik beruflich folgen will. Sie studierte in Wien Jazz- und Populargesang. Viele Musikprojekte folgten. Seit 2015 tritt sie unter dem Künstlernamen PÆNDA auf.

Nachtmensch bei der Arbeit

Den Namen PÆNDA hat die Musikerin übrigens daher, weil sie in der Früh ungeschminkt ein bisschen so aussieht wie ein Panda. „Ich bin eine Nachtarbeiterin. Da bin ich nicht abgelenkt, keiner ist auf Facebook aktiv, niemand ruft mich an oder schreibt mir. Da komme ich in den Flow rein und arbeite schon mal bis drei oder vier in der Früh“, erklärt sie die namensgebenden Augenringe.

Gesang-Lehrerin in Niederösterreich

Doch PÆNDA arbeitet nicht „nur“ in der Nacht. An drei Nachmittagen in der Woche verschlägt es die 31-Jährige nach Leobersdorf, Bezirk Baden, wo sie seit fünf Jahren Gesang unterrichtet. Das möchte sie auch in Zukunft weiter so machen: „Ich unterrichte voll gerne dort und mag meine Kinder nicht im Stich lassen. Sie wachsen einem schon voll ans Herz, wenn du sie über die Jahre heranwachsen siehst.“

Und auch umgekehrt liegt Horn ihren Schülern am Herzen, denn sie haben sich unglaublich für ihre Lehrerin gefreut: „Die haben das hautnah mitgekriegt, wie hart ich daran arbeite und was es mir bedeutet.“ Die ersten Unterrichtsstunden nach der Bekanntgabe ihrer Teilnahme sind allerdings ein wenig anders abgelaufen als sonst. „Zu Beginn haben sie mich mit großen Augen angeschaut. Sie haben mir viele Fragen gestellt“, erzählt PÆNDA.

Die Sängerin komponiert, schreibt und produziert ihre Musik selbst. Ihr Debütalbum „EVOLUTION I“ ist im Februar 2018 bei Wohnzimmer Records erschienen. Der Sound lässt sich schwer einordnen. Elektro, Pop und Hip Hop kann man raushören. So vielschichtig wie die Musik, die Horn macht, ist auch ihr eigener Musikgeschmack. „Es sind unterschiedliche Welten, ob ich etwas als Songwriterin oder als Produzentin höre. Als Produzentin versuche ich, mir Musik anzuhören, die meiner Musik nahekommt“, sagt die Musikerin.
Kings of Leon, John Mayer, aber auch Ella Fitzgerald hört sie gerne. „Ich mag die Abwechslung.“

Kein Fernseher, aber Instrumente

Den Song Contest hat die Wienerin immer mitverfolgt. Allerdings nie am Fernseher: „Ich hab’ so viele Instrumente und daher keinen Platz.“ Daher habe sie die Show immer live gestreamt oder nachgeschaut. Sie selbst und ihre Schwester, die bei den Live-Auftritten mit auf der Bühne ist, hätten ein wenig Zeit gebraucht, bis sie realisiert haben, dass sie nach Tel Aviv fahren wird. „Wir waren da voll in unserem Arbeitsding drinnen. Unsere Freunde und Familie sind halt gesprungen und sind ausgerastet“, so die 31-

Jährige mit Freude in der Stimme.

Was in Tel Aviv passiert, steht noch in den Sternen

Auftritte absolviert die Musikerin normalerweise mit ihrer Schwester und einer Freundin. Wie die Show dann in Tel Aviv ablaufen wird, ist noch ganz unklar. Bisher steht nur fest, dass sie den Song „Limits“ performen wird, der erst in den kommenden Wochen vorgestellt wird: „Im Moment steht noch alles in den Sternen. Wir sind noch beim Brainstormen, was man dort machen kann. Und man kann dort echt viel machen. Es ist echt Wahnsinn, was die dort für die Show aufbauen jedes Jahr.“

Neben den Vorbereitungen auf den Song Contest und dem Unterrichten arbeitet Horn auch an der Fertigstellung ihres zweiten Albums „EVOLUTION II“, das im April erscheinen soll. „Wichtig ist, dass das Album fertig wird, so wie wir es geplant haben.“ Über die möglichen Platzierungen beim Contest selbst mag sie sich nicht zu viele Gedanken machen: „Du kannst nur schauen, dass du das Beste gibst!“