Um rund 127 Mio. Euro weniger Bargeld unterm Christbaum. Auch dieses Jahr kam das häufigste Geschenk, das die Österreicherinnen und Österreicher erhalten haben, in Form von knisternden Scheinen.

Von Redaktion noen.at und Redaktion bvz.at. Erstellt am 25. Dezember 2019 (09:52)
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Jeder zweite hat Bargeld geschenkt bekommen, im Schnitt 230 Euro. Damit ist das Christkind im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger spendabel, damals brachte es im Schnitt noch 254 Euro.

Hochgerechnet auf alle, die Geldgeschenke erhalten, lagen heuer insgesamt nur 836 Mio. Euro in Form von Bargeld unterm Christbaum, nach knapp 1 Mrd. Euro im Vorjahr. Dies geht aus einer aktuellen repräsentativen Online-Umfrage von Österreichs größtem Tarifvergleichsportal durchblicker.at hervor, in der 1.200 Personen befragt wurden.

Bücher, Filme und Spiele

Neben Geldgeschenken haben 41 Prozent der Befragten Bücher, Filme und Spiele geschenkt bekommen, gefolgt von Gutscheinen für Aktivitäten oder Reisen (40 Prozent), sowie Wertgutscheinen (39 Prozent). Nur rund ein Drittel hat Kleidung oder Gutscheine für gemeinsame Aktivitäten in seinen Päckchen entdeckt, jeder Vierte freut sich nun über technische Geräte, jeder Fünfte über Schmuck.

Sparmotiv Nummer 1 bleibt gleich wie im letzten Jahr für mehr als jeden Zweiten (rund 59 Prozent) die eigene finanzielle Absicherung.

Weitere Gründe, weihnachtlichen Geldgeschenke auf die Seite zu legen, sind kleinere Anschaffungen wie Urlaubsreisen oder technische Geräte (rund 45 Prozent), größere Anschaffungen wie Häuser, Wohnungen oder Renovierungsarbeiten (rund 45 Prozent), die eigene Altersvorsorge (rund 24 Prozent) und die finanzielle Absicherung oder Vorsorge der eigenen Familie (rund 19 Prozent). Dabei dominieren klassische Sparformen wie das Online-Sparkonto bei mehr als jedem Zweiten und bei jeweils mehr als jedem Dritten das Sparbuch oder das Ansparen von Bargeld.

Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker.at: „Offenbar hat das Christkind dieses Jahr beim Schenken mehr aufs Geld geschaut als noch im Vorjahr und den Österreicherinnen und Österreichern deutlich weniger Bargeld unter den Baum gelegt. Was gleichgeblieben ist: Die Geldgeschenke für die eigene finanzielle Absicherung auf die Seite zu legen, bleibt oberstes Sparmotiv. Wir empfehlen daher, verschiedene Anlageformen zu vergleichen. Denn trotz allgemeiner Niedrigzinsen gibt es je nach Laufzeit und Sparform signifikante Zinsunterschiede.“

Geldgeschenke: Burgenländer erhalten am meisten

Geht es darum, wer die höchsten Geldbeträge zu Weihnachten unterm Baum finden konnte, spielt offenbar der eigene Wohnort eine große Rolle. So zeigte sich im Bundesländervergleich, dass die Burgenländer sich über den höchsten durchschnittlichen Geldbetrag freuen können.

Sie bekamen im Schnitt rund 431 Euro geschenkt und liegen damit deutlich über dem Österreichschnitt von rund 230 Euro. Auf Platz 2 folgt Wien mit rund 273 Euro, auf Platz 3 Kärnten (rund 239 Euro). Am wenigsten haben im Bundesländervergleich die Steirer erhalten. Sie haben im Schnitt nur rund 176 Euro unterm Weihnachtsbaum gefunden.

 Auch in puncto Sparverhalten zeigen sich deutliche Unterschiede.

So ist die eigene finanzielle Absicherung den Steirern am wichtigsten. Rund 73 Prozent gaben an, ihre Geldgeschenke für die eigene Absicherung auf die Seite zu legen, gefolgt von den Wienern (rund 62 Prozent) und den Oberösterreichern (rund 62 Prozent).

Finanziell abgesichert zu sein, ist für die Salzburger jedoch österreichweit am unwichtigsten. Nur jeder Vierte (25 Prozent) legt dafür seine Geldgeschenke auf die Seite. Dafür führt Salzburg beim Sparen auf größere Anschaffungen (75 Prozent). Dies ist auch in Vorarlberg bedeutsam (60 Prozent). Auch bei kleineren Anschaffungen dominieren das Ländle (70 Prozent) und Salzburg (rund 67 Prozent) das Ranking. Die finanzielle Absicherung der eigenen Familie steht hingegen bei den Burgenländern landesweit im Vergleich an oberster Stelle (rund 57 Prozent), am unwichtigsten ist diese in Oberösterreich (rund 11 Prozent).

Geldanlage: Effektive Zinsen von 0,41% – 1,10%

Obwohl ein Großteil der Geldschenke konservativ und risikoarm mittels Online-Sparkonto oder klassischem Sparbuch angelegt wird, zeigt ein Blick auf die aktuellen Zinsangebote, dass eine Veranlagung mit längerer Bindung dabei weitaus ertragreicher ist. Bei einer Einlage von 7.200 Euro bringt eine Festgeld-Anlage auf 6 Jahre immerhin 51,43 Euro mehr Ertrag pro Jahr als eine kurzfristige Veranlagung am Tagesgeldkonto.

Auch das Liebkind der Österreicherinnen und Österreicher, das Bausparen, ist im Vergleich dazu aufgrund des variablen Zinskorridors der meisten Produkte weniger attraktiv, so lange die Leitzinsen auf den aktuellen Tiefständen verharren. Der Vergleich von Anlageformen und Konditionen lohnt sich also.