Mittelschule Stegersbach feiert Jubiläum. Die Mittelschule feiert ihr hundertjähriges Bestehen - zwar ohne großes Fest, aber mit viel Freude und Dankbarkeit und einer extra großen Portion Zuversicht.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 18. Oktober 2020 (12:25)

Fast vor genau hundert Jahren, nämlich am 3. Oktober 1920, wurde die heutige Mittelschule erstmals erwähnt. Damals war sie eine Bürgerschule und hieß „Königliche Ungarische Staatsbürgerschule für Knaben“. Untergebracht im Kastell waren damals 37 Schüler, Direktor und gleichzeitig Lehrer war Stefan Fandl.

Schwierige Zeiten und ein neues Gebäude

Nach der Eingliederung ins österreichische Schulsystem gewann die Schule immer mehr an Bedeutung und wurde zur Hauptschule. Nach schwierigen Zeiten und einer kurzzeitigen Sperre kam 1952 mit dem Neubau wieder der Aufschwung, gefolgt von einem enormen Anstieg der Schülerzahlen 1962. Die logische Folgerung war ein Zubau und 1976 war die Hauptschule Stegersbach die größte Schule des Burgenlandes mit 709 Schülern in 22 Klassen und 55 Lehrern.

Zukunftsweisend und umweltorientiert

Der Schwerpunkt „Ökologie“ wurde 1992 bereits an der Schule eingeführt und deshalb darf man sich seither als „Öko-Hauptschule“ bezeichnen. Mit der Einführung einer bilingualen Klasse und der „School for Future“, die sich aktiv für den Klimaschutz einsetzt, bereitet die Mittelschule die Jugendlichen heute bestens auf die Zukunft vor. In diesem Schuljahr lernen und lehren hier 286 Schüler und 42 Lehrer. Mit einem großen Festakt hätte in diesem Monat das 100-jährige Jubiläum gefeiert werden sollen, doch die Corona-Pandemie machte auch hier den Planern einen Strich durch die Rechnung. „Wir hoffen trotzdem noch auf ein großes Klassentreffen im Frühjahr 2021 mit Lieve-Musik, wenn die Umstände es erlauben“, erzählt Direktor Erich Proszer. „ Inzwischen sind Ausstellungen und klasseninterne Projekte zum Thema `Schule einst und heute´ geplant.“

Zusätzlich wird das Gebäude gerade „aufgehübscht“. „Das Gerüst steht bereits, die Mittelschule erhält eine neue Fassade. Die Polytechnische Schule folgt dann im kommenden Jahr“, freut sich Bürgermeister Heinz Peter Krammer, dass auch die Gemeinde zum Jubiläum einen Betrag leisten kann.

Mit Schwerpunkten Begabungen fördern

Die Schüler fühlen sich sichtlich wohl in „ihrer Mittelschule“ und haben auf Nachfrage, was ihnen besonders gut gefällt, prompt Antworten parat. „Wir sind eine bilinguale Klasse, wir werden in einigen Nebenfächern englischsprachig unterrichtet. Das ist eine Weltsprache, das finde ich besonders gut“, zeigt sich Celina Böhm aus der dritten Klasse begeistert. Auch Matteo Friedl besucht bereits die dritte Klasse und ist von seiner Schule nach wie vor überzeugt: „Ich finde es toll, dass wir eine Öko-Schule sind, wir setzen uns für den Umweltschutz ein, wir haben einen Schulgarten und einen Schulwald.“ Lehrerin Vanessa Wiener schätzt die Entfaltungsmöglichkeiten der Schüler durch die verschiedenen Schwerpunkte: „Da digitale Kompetenzen Schlüsselfaktoren für die Zukunft sind, versuchen wir die digitale Bildung verstärkt in den Unterricht zu integrieren. Das gelingt uns durch den Einsatz von Tablets. Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Schüler bestens auf die Arbeitswelt vorzubereiten.“

Das nächste Hoch kommt bestimmt

Direktor Erich Proszer sieht trotz der abgesagten Feierlichkeiten positiv in die Zukunft und gibt dies auch seinen Schülern mit: „In den letzten hundert Jahren durchlebte unsere Schule Höhen und Tiefen. Ich schätze alle Direktoren, Lehrerinnen und Lehrer, die vor allem in schlechten Zeiten und unter extrem schwierigen Bedingungen ihre verantwortungsvollen Aufgaben erfüllten. Ein großer Dank gilt all jenen, denen die Zukunft der Schule am Herzen lag. Wir müssen stets nach vorne blicken und uns den neuen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen. Trotz der schwierigen Zeit, in der wir uns jetzt befinden, dürfen wir nicht den Mut verlieren.“