Verkehr im Wandel: Gemeinden wünschen Unterstützung. Um verkehrsbezogene Projekte zukünftig besser realisieren zu können, wünschen sich Gemeinden Unterstützung vom Land.

Von Anika Perner. Erstellt am 06. November 2019 (04:00)
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Um den Bürgern eine bessere Verkehrsmöglichkeit zu bieten, rücken sogenannte Mikro-ÖV-Systeme immer mehr in den Vordergrund. In den Gemeinden rund um Güssing sind dies unter anderem Dorfbusse oder Rufsammeltaxis.

Die umweltschonendere Auto-Alternative soll vor allem älteren Bewohnern, Jugendlichen oder Menschen die nicht zentral wohnen dabei helfen, sich flexibler zu bewegen und so die täglichen Erledigungen einfacher zu bewerkstelligen. Bezirksvorsitzende Verena Dunst (SPÖ) würde sich mehr solcher Systeme wünschen: „Es wäre wichtig, wenn alle Gemeinden des Bezirkes an einer flächendeckenden Lösung arbeiten würden. Damit dies funktioniert, müssten die einzelnen Bürgermeister alle am selben Strang ziehen.“ Bestehende Projekte könnten mit neuen Alternativen zusammengeführt werden, um dadurch eine ideale Mobilität zu gewährleisten. Weiters betont Dunst, dass „gerade die Gemeinden in den südlichen Bezirken dadurch profitieren würden, da der Fördersatz vom Erschließungsgrad der Gemeinde mit dem öffentlichen Verkehr abhängig ist.“ Arbeiten die Gemeinden dementsprechend aktiv miteinander zusammen, stünden laut Dunst rund 30.000 Euro pro Projekt zur Verfügung.

ÖVP für Einführung der „Burgenland Busse“

Aktuell ist auch die ÖVP Burgenland derzeit auf Werbetour. Konkret wünscht sich die Volkspartei die Einführung eines „Burgenland Busses“, „um die Verkehrsinfrastruktur flexibler zu gestalten“. Diese kleinen Linienbusse sollen die Menschen zielgerichtet und gut getaktet zwischen den Gemeinden transportieren.

Wünsche der Gemeinden

Um zu verstehen, was sich die einzelnen Gemeinden zukünftig in Sachen Mobilität wünschen, hat sich die BVZ bei den Bürgermeistern umgehört. Ollersdorfer Bürgermeister Bernd Strobl sagt: „Bei uns wäre es wichtig, das Busnetz besser auszubauen oder die Installation von Ruftaxis zu veranlassen. Für Dorfbusse bin ich dahingehend abgeneigt, da die Erhaltungskosten solcher Projekte immer bei den Gemeinden liegen. Das Land sollte aber auch den Süden auf diesem Wege unterstützen.“ In Moschendorf kommt das eigene Ruftaxi öfters zum Einsatz, wobei auch hier die Kosten eine tragende Rolle spielen. „Vor allem die älteren Einwohner nutzen das Taxi gerne. Trotzdem wäre die Unterstützung vom Land wünschenswert, da für die Kosten des öffentlichen Verkehrs die Gemeinde aufkommen muss“, stellt Ortschef Werner Laky fest.

„Wenn die Gemeinden aktiv zusammenarbeiten, stehen für jedes Projekt rund 30.000 Euro zur Verfügung.“ Lantagspräsidentin Verena Dunst

„Wir wollen Busverbindungen, die auch an nicht so stark besiedelte Orte regelmäßig fahren. Momentan ist dies aber noch fast wie vor 60 Jahren. Je mehr Menschen öffentlich oder in Fahrgemeinschaften fahren, desto besser ist das auch für die Umwelt,“ so Laky. Auch Heiligenbrunns Bürgermeister Johann Trinkl stößt ins gleiche Horn: „Ein Ausbau der Busverbindungen wäre wichtig und notwendig. Wir würden den Bewohnern mit Ruftaxis gerne entgegenkommen, die Kosten dafür jedoch zu tragen, ist schwer“.

Positiv gestimmt ist Kleinmürbischs Bürgermeister Martin Frühwirth: „Wir haben seit rund zehn Jahren unseren gut angenommenen Dorfbus in Betrieb. Mittlerweile haben wir sogar schon zwei Kleinbusse mit denen wir die Einwohner von A nach B bringen. Montags, mittwochs und freitags fahren die älteren Herrschaften damit nach Güssing und während der restlichen Woche werden die Kindergartenkinder und Schüler damit chauffiert. Einen Teil der Kosten übernimmt dabei des Land und der Bund, für den Rest kommen wir selbst auf“, so Frühwirth.