Zickentaltaxi ade: Land übernimmt

Erstellt am 19. Jänner 2023 | 04:35
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Taxi
Foto: NOEN, APA
Der von Kukmirn, Gerersdorf-Sulz, Rohr, Heugraben und Bocksdorf angebotene Taxiservice wird ab Jahresende von einem landeseigenen Angebot ersetzt.

Ab heuer soll es im Landessüden ein flächendeckendes Mikro-ÖV-System geben. Ziel des Projekts, das bereits seit Jahren vom Verein Südburgenland Plus ausgearbeitet wird, ist, dass jeder maximal 300 Meter zu Fuß zu einem Haltepunkt des öffentlichen Verkehrs geht.

Bestehende Rufsammeltaxis wie das Zickentaltaxi sollen in der Theorie erhalten werden, kündigten die Verantwortlichen schon vor Monaten an. Allerdings müssen sich diese im Zuge einer Ausschreibung, die bald startet, erneut bewerben. Wolfgang Werderits (Geschäftsführer Verkehrsbetriebe Burgenland) fasst zusammen: „Wir vollziehen die Gesamtverkehrsstrategie des Landes Burgenland. Für die Bevölkerung wird hier ein super Service in Zusammenarbeit mit lokalen Privatunternehmen bereitgestellt.“

Fahrfrequenz wird wesentlich höher

Durch das neue Service wird die Fahrfrequenz wesentlich erhöht; gefahren wird von Montag bis Freitag von 5 bis 20 Uhr mit einer Stunde Vorbestellzeit. „Einerseits ist es vielleicht ein Vorteil durch mehr Fahrtage und -zeiten, andererseits ist es gerade in unserem Streusiedlungsgebiet in Kukmirn ein Nachteil, wenn Fahrgäste dann bis zu 300 Meter zum Haltepunkt gehen müssen.

Das Zickentaltaxi holt nämlich direkt vor der Haustür ab, und ob der persönliche Service mit Einkaufstaschen tragen oder Warten vor dem Geschäft dann noch gegeben ist, ist abzuwarten“, wägt Kukmirn-Bürgermeister Werner Kemetter ab.

Die reine Erhaltung des Zickentaltaxis mache in diesem Fall keinen Sinn, da es keine Doppelförderung gibt. Klaus Weber, Geschäftsführer der Zickental AG, erklärt: „Wenn der Gemeindeverband das eigene Taxi behalten will, muss es auch selbst bezahlt werden. Eine dezentrale Organisation wäre sinnvoll gewesen, sodass Gemeinden vor Ort nach Bedarf agieren, anstatt ein Konzept vom Land drübergestülpt zu bekommen.“

Für Taxiunternehmer Reinhold Kern fällt das Geschäft – 150 Fahrgäste im Monat – vorerst weg: er kann sich erneut dafür bewerben. „Es gab keine ehrliche Information und eigentlich ist es ohne Worte. Ich bin enttäuscht und rechne mit Einbußen bis zu 25 Prozent“, meint Reinhold Kern.