Das Schöne liegt so nah. Über 65 Hektar erstrecken sich die Fischteiche am Fuße der Burg, die seit 1934 im Besitz der Familie Hoffmann sind.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 22. Mai 2020 (12:04)

Die Natur von ihrer schönsten Seite genießen kann man bei einem Spaziergang um die Fischteiche der Familie Hoffmann. Seit vielen Generationen kümmert sie sich um die Instandhaltung und Pflege der vier Anlagen, die die zweitgrößte Wasserfläche nach dem Neusiedler See im Burgenland bilden. Die gesamte Teichanlage ist seit einigen Jahren auch als Ramsar Gebiet ausgewiesen. Errichtet wurden die Teiche von der Familie Draskovits, wie Geschäftsführer Michael Hoffmann erzählt: „Die Teichwiesen wurden händisch angelegt. Da es sich hier um Sumpfwiesen handelte, waren sie nicht zu bewirtschaften. Mein Urgroßvater Leopold hat sie 1934 gekauft, seither sind sie in Famlienbesitz.“

Wasserknappheit wird zum Problem werden

Gerade in der ersten Zeit der Corona-Krise hat die Bevölkerung dieses Gebiet wieder oft für Spaziergänge genutzt. „Mich freut es, dass die Menschen die Fischteiche so positiv sehen. So ist immer Bewegung in unserer Anlage“, ist Hoffmann begeistert. Allerdings gibt es auch Probleme, die sich zukünftig noch verstärken können. „Die Wasserknappheit wird immer größer, wir müssen nun immer schon im Vorjahr schauen, dass die Teiche gefüllt sind, weil der Niederschlag so gering ist. Auch der Absatz im Lebendfischbereich wird immer schwieriger, da viele günstige Fische aus dem Ausland kaufen. Bei dem Speisefisch ist die Nachfrage aber gut, hier wird mehr auf Regionalität geachtet“, erklärt Hoffmann. Allerdings gibt es auch „natürliche“ Feinde für die Teiche: Fischotter, Kormoran oder Fischreiher sorgen hier für einen bis zu 50-prozentigen-Verlust der Jahresmenge.

Fische aus der Region naturnah produziert

Fischereifacharbeiter Stefan Schneller kümmert sich täglich um die Anlage. Er kennt sich mit den örtlichen Gegebenheiten und den Bedürfnissen der verschiedenen Arten bestens aus. „Wir sind eine klassische Karpfenteichwirtschaft, als Nebenfische gibt es auch Armur, Wels, Zander oder Hecht. Die Fische sind auf vier Teiche aufgeteilt und sind so gemischt, wie sie sich vertragen“, erzählt Schneller.

Mehrere Tonnen Speisefisch und Besatzfisch tummeln sich in den Gewässern. Die Direktvermarktung läuft von Ende Oktober bis Ostern. „Es ist nur in dieser Zeit möglich, da die Fische dann wieder in die großen Teiche kommen, um Zeit zum Wachsen zu haben“, führt Schneller weiter aus. Abgefischt wird im Herbst, dann ziehen Karpfen und Co. in die Winterteiche und Behälteranlagen um. Von dort aus wird der Verkauf abgewickelt. Und welcher kommt bei den Kunden am besten an? „Der Zander ist sehr gefragt“, weiß der Fischereiarbeiter bestens um die Gepflogenheiten der Käufer Bescheid, „er ist aber schwer in großen Mengen zu züchten. Karpfen und Wels kommen auch gut an, jede Fischart hat ihre Fans.“

Je nach Geschmack können die Kunden hier aus einem großen Angebot wählen und den Fisch aus der Region frisch zu Hause zubereiten. Dabei gibt es auch schon Vorarbeiten direkt beim Einkauf: So werden beispielsweise die Karpfenfilets geschröpft (ganz fein eingeschnitten) und sind dann praktisch grätenfrei. Die Käufer kommen aus allen Bezirken und auch aus der Steiermark. Ebenso greifen die örtlichen Gaststätten wie der AktivPark oder das „Rina´s“ gerne auf das regionale Produkt zurück. „Durch die naturnahe Produktion ist der Fisch sehr gefragt“, freut sich Schneller über die positive Resonanz der Kunden.