Impfungen starten in Güssing. Die Corona-Pandemie wütet weiterhin auf der ganzen Welt, mit dem Start der Impfungen hofft man auf Erleichterung.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 08. Januar 2021 (04:13)
Vizebürgermeister Alois Mondschein möchte mit einem Flugblatt die Bevölkerung motivieren, sich impfen zu lassen.
BVZ

Mit einem Flugblatt wollte die Stadt-ÖVP zum Jahreswechsel die Bevölkerung dafür sensibilisieren, sich mit der Covid-Impfung auseinanderzusetzen und diese auch bei Möglichkeit in Anspruch zu nehmen. „Niemand hätte sich vor einem Jahr um die gleiche Zeit gedacht, was uns das Jahr 2020 beschert hat. Neben vielen schwer Erkrankten brachte das Jahr 2020 Entbehrungen und oft auch echtes Leid. Nun hat die Medizin viel schneller als erhofft einen Impfstoff gefunden, der schrittweise in den nächsten Monaten verfügbar ist“, erklärt darin Vizebürgermeister Alois Mondschein. Deshalb lautet sein Appell: „Meine Bitte und mein Aufruf an uns alle: Lassen Sie sich gegen Covid impfen!“

Apotheken bisher nicht involviert

Anders als bei der Grippe-Impfung sind bis jetzt die Apotheken an dem Bestell- und Verteilungsprozess der Covid-Impfungen nicht beteiligt. „Es ist ein Glück, dass in Oxford schon seit Jahren Forschungen laufen, die sich mit Pandemien beschäftigen. Nur so war die Produktion eines Impfstoffes in dieser kurzen Zeit überhaupt möglich“, führt Michaela Stipsits, Leiterin der Diana Apotheke in Güssing, die Entwicklungen aus. „Wir brauchen ungefähr zwei Millionen Leute, die geimpft sind, damit die Herdenimmunität greift. Derzeit gibt es eine Unterteilung in sieben Klassen, die regelt, wer zu welchem Zeitpunkt, zur Impfung kommen kann. Dazu gibt es aber noch nicht genügend Impfstoff, wir rechnen aber mit weiteren Zulassungen im Feber.“

Wer die Zeit bis zur Impfung sicherer gestalten möchte, kann in der Apotheke Corona-Tests für zu Hause kaufen. „Sie sind aber alle nur eine Momentaufnahme“, macht Michaela Stipsits aufmerksam. Zur Verfügung stehen die Nasen-Rachentests in zwei verschiedenen Ausführungen und ein Spucktest. „Alle diese Tests, die man selbst zu Hause machen kann, befreien aber nicht von einer möglichen Quarantäne“, betont die erfahrene Apothekerin. Sie ist überzeugt, dass die meisten Impfungen am leichtesten mit dem möglichen Impfstoff von AstraZeneka gemacht werden können: „Dieser Impfstoff kann normal wie alle herkömmlichen im Kühlschrank gelagert werden und muss nicht wie die Impfstoffe von Biontec oder Moderna tiefgefroren gelagert werden.“

Impfungen im Heim starten am 12. 1.

Klaus Wehle, praktischer Arzt in Güssing, ist bereits in den Impfprozess involviert: „Das Interesse ist sehr groß, wir haben bereits viele Anfragen von unseren Patienten bekommen. Die Impfungen im Pflegeheim starten am 12. Jänner, mein Kollege Heinz Lang und ich werden die Patienten, die wir betreuen, impfen. Es sollte dafür auch genügend Impfstoff zur Verfügung stehen. Erst in der Phase drei ist vorgesehen, dass die praktischen Ärzte die Impfungen für alle vornehmen, ob in der Praxis oder an einer zentralen Stelle steht noch nicht fest. Ebenso steht noch die Möglichkeit von Impfzentren im Raum, die von einer größeren Anzahl an Leuten genutzt werden könnten. Anmeldungen zur Impfung können im Moment leider noch nicht angenommen werden.“ Auch Bürgermeister Vinzenz Knor hofft auf eine Entspannung der Lage: „Es ist schön, dass in so rascher Zeit ein Impfstoff produziert wurde, nun wird es daran liegen, wie schnell dieser verteilt werden kann. Es ist wichtig, dass die zuerst geimpft werden, die zur Risikogruppe gehören, die in Spitälern und Altersheimen arbeiten, Handelsangestellte und Lehrer, alle, die laufend mit vielen Menschen zu tun haben.“