OSG kauft alte Bürgerschule. Die alte Bürgerschule ging in der letzten Gemeinderatssitzung im Jahr 2019 an die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 08. Januar 2020 (06:06)
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Genauso spannungsgeladen wie die vorige Gemeinderatssitzung endete, startete die zweite Auflage der Budgetsitzung. Besonders bemerkenswert war dabei auch das äußerst große Publikumsinteresse. Der Saal war bis auf den allerletzten Sitzplatz gefüllt.

Spannung bei Beginn der Sitzung

Schon der erste Punkt, der Verkauf der alten Bürgerschule, sorgte erwartungsgemäß für großen Diskussionsstoff. OSG-Chef Alfred Kollar zeigte in einem kurzen Film seine Vision von dem zukünftigen Wohngebäude. Moderne, helle Einheiten, mit einem Büro für ‚Rettet das Kind‘ und zehn vorwiegend kleinen Wohnungen. Danach wurde die Fragerunde eröffnet, die Vizebürgermeister Alois Mondschein für ein klares Statement seiner Fraktion nutzte. Der Entschluss solle noch einmal überdacht werden, der Preis für den Verkauf sei zu niedrig und andere Interessenten müssten ebenfalls die Chance bekommen, ihre Projekte vorzustellen. Um diese Forderungen zu unterstreichen verwies er auf das Gutachten, in dem das Gebäude auf eine Summe von rund 254.000 Euro geschätzt wurde.

Bürgermeister Knor: „Mit diesen 120.000 Euro wird ein soziales Projekt umgesetzt.“
BVZ

Bürgermeister Vinzenz Knor entgegnete darauf, dass diese Liegenschaft schon lange veräußert werden sollte und sich bis dato keine Interessenten gefunden hätten. Erst seit der Verkauf an die OSG im Raum stand, wären andere Angebote aufgetaucht, die jedoch nicht zeitgerecht konkretisiert wurden. Mit der OSG sei ein zuverlässiger Partner gefunden worden, mit dem sich die Zusammenarbeit schon viele Jahr lang bewährt habe. FPÖ-Gemeinderat Michael Gmeindl stellte daraufhin an Bürgermeister Knor die Bitte, den Kaufbetrag mit der OSG noch einmal zu besprechen. Knor unterbrach die Sitzung für zehn Minuten, nach Wiederaufnahme der Tagesordnung kam es zu der Abstimmung zum Verkauf um 120.000 Euro. Der Punkt wurde mit 13 Befürwortern und 12 Gegenstimmen beschlossen.

Keine Einigkeit nach der Beschlussfassung

„Die Sitzungsunterbrechung durch Bürgermeister Vinzenz Knor zeigt sein schlechtes Gewissen bei dieser intransparenten Vorgangsweise. Wenn ich als Bürgermeister den Verkauf der `Alten Bürgerschule´ mit dem Kaufpreis von 120.000 Euro auf die Tagesordnung setzte und glaube, dass dieser Preis in Ordnung ist, brauche ich doch keine Sitzungsunterbrechung um den Kaufpreis noch einmal zu besprechen. FPÖ Gemeinderat Michael Gmeindl hat sich unserer Meinung, dass hier Geld der Güssingerinnen und Güssinger verschleudert wird, angeschlossen und gegen den Verkauf um diesen Preis gestimmt“, zog Mondschein nach der Sitzung Bilanz. „Es war klar, dass wir den Preis behalten, ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen, denn mit diesen 120.000 Euro wird ein soziales Projekt umgesetzt. Als Gemeinde haben wir eine soziale Verantwortung.

Wenn der Preis höher gewesen wäre, hätte der Mietpreis nicht gehalten werden können. In Zeiten, in denen die Wohnungspreise immer höher werden, muss man Wohnraum schaffen für Menschen, die sich das sonst nicht leisten können. Wir bekommenen einen Wohnbau mit sozialen Touch, das historische Gebäude bleibt erhalten und es wird Geld in die regionale Wirtschaft investiert. Wenn wir die Sitzung nicht unterbrochen hätten, wäre der Vorwurf des `Drüberfahrens´ gekommen. Die Argumentationen von Mondschein sind auch im Vorfeld der kommenden Landtagswahlen zu sehen, er nützt sie, um mit Inszenierungen zu glänzen“, resümierte Knor.