Quo vadis, Krankenhaus Güssing?. Die ÖVP ortet eine Verschlechterung im Bereich der medizinischen Versorgung. KRAGES und SPÖ verweisen auf Investitionen.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 09. April 2021 (06:41)
Bezirksparteiobmann Bernd Strobl und Landtagsabgeordneter Walter Temmel vor dem Krankenhaus.
BVZ

Die Bezirks-ÖVP macht sich Sorgen um die Zukunft des Krankenhauses. Landtagsabgeordneter Walter Temmel und Bezirksparteiobmann Bernd Strobl erläuterten in einer Pressekonferenz ihre Bedenken.

ÖVP kritisiert massiv Einsparungen

„Kürzlich wurde der Regionale Strukturplan Gesundheit 2025, der die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Burgenland regelt, beschlossen. Jetzt ist genau das eingetreten, wovor wir seit Monaten warnen. In diesem Regionalen Strukturplan Gesundheit ist bis 2025 eine massive Reduktion in vielen Bereichen der Spitäler geplant: Burgenlandweit sollen im Vergleich zum Ist-Stand 2017 63 Betten gestrichen werden. Das betrifft vor allem die Interne und die Chirurgie“, erläuterte Temmel. „Besonders betroffen von den Kürzungen ist das Krankenhaus Güssing: Die Intensivmedizin wird hier gestrichen, das Brustgesundheitszentrum verlegt, die Bettenanzahl um 16 reduziert und zukünftig sind keine Akutoperationen mehr möglich.“ Auch Strobl übte Kritik: „Mit diesem Plan gefährdet die SPÖ-Alleinregierung die Gesundheitsversorgung in der Stadt Güssing, im Bezirk und in der gesamten Region. Denn unser Krankenhaus soll zu einem Zentrum für Geriatrie werden, was einer besseren Betreuungseinrichtung gleicht. Wir lassen das Gesundheitssystem im Burgenland nicht kaputtsparen und treten entschieden gegen die katastrophalen Sparpläne der SPÖ-Alleinregierung auf.“

KRAGES und SPÖ dementieren Vorwürfe

Seitens der KRAGES wird dieser Vorwurf vehement zurückgewiesen: „Das Brustgesundheitszentrum bleibt in Güssing. Zusätzlich wird es große Investitionen in diesen Standort geben.“ Auch SPÖ-Landtagsabgeordneter Wolfgang Sodl meldete sich in der Causa Spital zu Wort: „Die angebliche Verlegung des Brustversorgungszentrums ist nicht mehr als Fake-News. Ich bin wahrlich schockiert, wie die ÖVP - die für das Zusperren von drei Spitälern inklusive Güssing eintrat - in Zeiten wie diesen agiert, und nicht einmal mehr davor zurückschreckt irgendwelche Fantasiegeschichten zu erzählen!“