Güssinger startet Hilfsaktion für Moria. Aus der Zivilcourage des Güssingers Pascal Violo wurde die „Karawane der Menschlichkeit“ geboren.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 24. September 2020 (06:01)
Die Bilder aus dem Flüchtlingslager in Griechenland gehen seit Wochen um die Welt. Pascal Violo wollte nicht länger tatenlos zusehen und organisierte die „Karawane der Menschlichkeit“, die Hilfsgüter in das griechische Lager bringt. Fotos: Socrates Baltagiannis/dpa
Socrates Baltagiannis/dpa

Normalerweise legt Pascal Violo den Fokus seiner Kamera auf atemberaubende Landschaften und spektakuläre Tieraufnahmen. Doch seit er die bedrückenden Bilder aus dem Flüchtlingslager in Moria gesehen hat, verspürt er nur mehr einen Wunsch: schnell zu helfen.

Statt Kanada geht es nun nach Griechenland

Der September 2020 hätte den passionierten Reisefotografen eigentlich nach Kanada bringen sollen, um dort den „goldenen Herbst“ in seinen Bildern einzufangen. Doch heuer läuft alles anders. Das hat sich schon im März abgezeichnet, als Pascal Violo auf einer Vortragsreihe durch Deutschland von dem Lockdown erfuhr und seine Tournee abgesagt wurde.

Die Lage hat sich seither nicht gravierend geändert, auch die Reise nach Kanada fiel jetzt aus.

Die Bilder aus dem Flüchtlingslager in Griechenland gehen seit Wochen um die Welt. Pascal Violo wollte nicht länger tatenlos zusehen und organisierte die „Karawane der Menschlichkeit“, die Hilfsgüter in das griechische Lager bringt.
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Dann kamen die Bilder aus dem abgebrannten griechischen Flüchtlingslager Moria - verheerende Zustände, erschreckende Gegebenheiten, fernab von jeglicher Normalität. Am liebsten wäre Pascal Steiner sofort mit seinem Auto losgefahren, um zu helfen.

„Trauer und Wut machten sich in mir breit und brachten mich schließlich zur Entscheidung, diesen Menschen zu helfen.“Pascal Violo über seine Hilfsaktion für die Menschen im Flüchtliingslager Moria

„Ich kann nicht tatenlos zusehen, wie Kinder und Familien im ehemaligen Lager in Moria dahin vegetieren müssen. Trauer und Wut machten sich in mir breit und brachten mich schließlich zur Entscheidung, diesen Menschen zu helfen“, erzählt Pascal Violo über seine Motivation.

Die Bilder aus dem Flüchtlingslager in Griechenland gehen seit Wochen um die Welt. Pascal Violo wollte nicht länger tatenlos zusehen und organisierte die „Karawane der Menschlichkeit“, die Hilfsgüter in das griechische Lager bringt.
Socrates Baltagiannis/dpa

„Ich habe für meine Reise nach Kanada 2.500 Euro gespart. Da ich diese sowieso nicht antreten kann, dachte ich mir, dieses Geld soll an Ärzte ohne Grenzen gehen“, erzählt der Fotograf.

Er stellte ein Beitrag zu seiner geplanten Reise nach Moria auf Facebook, und noch am selben Tag trudelten über 70 Anrufe ein von Menschen, die ihn dabei unterstützen wollen. Mittlerweile ist eine „Karawane der Menschlichkeit“ entstanden, die bereits zwölf Menschen, die mit zwölf Lastwägen losfahren werden, umfasst.

Karawane startet am 13. Oktober

Einige Tonnen an Hilfsgütern werden so direkt nach Moria gebracht. Kleidung und Schlafsäcke sind bereits ausreichen gespendet worden, nun werden noch andere Dinge des täglichen Gebrauchs benötigt (siehe ganz unten).

Aber auch Geldspenden sind wichtig: „Jede kleine Spende, und wenn es nur 10 Euro sind, wird dringend gebraucht. Damit können Ärzte ohne Grenzen wichtige Medikamente kaufen“, bittet der Fotograf mit dem großen Herz um Hilfe.

Der Konvoi mit zwölf Lastwägen wird am 13. Oktober nach Lesbos starten. Pascal Violo hofft, damit ein wenig das Leid in dem Lager lindern zu können: „Wenn möglichst viele Menschen einen kleinen Beitrag leisten, kann Großes bewirkt werden und die Not der Kinder und Familien vor Ort gelindert werden.“

Nähere Infos: www.facebook.com/karawanedermenschlichkeit.