Tschanigraben mit Plus. Während überall die Ertragsanteile eingebrochen sind, kann gerade die kleinste Gemeinde im Burgenland für den Juni ein Plus aufweisen. Im Juli sind es jedoch schon 31.

Von David Marousek. Erstellt am 09. August 2020 (05:29)
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Während die im Bezirk Güssing befindliche Gemeinde Tschanigraben mit nur 70 Bewohnern den Titel der kleinsten Gemeinde des Burgenland inne hat, erstaunte sie nun auch mit einer anderen Statistik. Im gesamten Bundesland ist sie nämlich die einzige von 171 Gemeinden, die bei den Ertragsanteilen im Juni mit einem Plus ausstieg. Bei diesen Anteilen handelt es sich um Teile der Steuerabgaben, die vom Bund an die Länder zurückfließen. Diese werden von den Ländern an die jeweiligen Gemeinden vorgestreckt und dann im Folgejahr gegenverrechnet.

Durch die COVID-19-Pandemie kam es jedoch zu einem Einbruch dieser Zahlen. Für den Juni gab es ein Minus von rund 35 Prozent, im Juli sind es immerhin noch Minus 23 Prozent. „Nur eine einzige kleinere Gemeinde im Südburgenland wies keinen Übergenuss auf und erhielt in diesem Monat eine niedrige Auszahlung aus dem Titel der EA“, erklärte das Büro von Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf. Einzig Tschanigraben stach, wenn auch mit einer sehr niedrigen positiven Summe, hervor. „Ich kann das nicht bestätigen und auch nicht verneinen, weil ich nicht weiß, wie es bei den anderen Gemeinden aussieht“, erklärte Bürgermeister Ernst Simitz. Für die anderen Gemeinden bietet das Land Burgenland nun eine Stundung der Kosten an und will erst später einheben.

Im Juli sind nun schon 31 Gemeinden im Plus

„Das Land leistet so, obwohl selbst mit massiven Rückgängen aus den Ertragsanteilen konfrontiert, einen wesentlichen Beitrag, dass die Gemeinden liquide bleiben und ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können“, heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf. Für den Juli 2020 weisen laut Büro nur noch 31 der 171 Gemeinden einen sogenannten „Übergenuss“ dieser Gelder auf. Auch für diese Gemeinden sei laut Land wieder eine Stundung möglich. Für die restlichen Gemeinden, gäbe es bereits wieder Auszahlungen aus den Ertragsanteilen.