Ein zähes Pendlerleben. Wie schnell man mit Öffis ans Ziel kommt, hängt vom jeweiligen Bezirk ab. Die Hälfte der Pendler im Bezirk Güssing schafft es in unter 30 Minuten. In Jennersdorf sind es mehr.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:17)
Symbolbild
APA/Herbert Neubauer

Wie schnell man im Burgenland mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans Ziel kommt, ist von Bezirk zu Bezirk extrem unterschiedlich. Das hat eine Studie des Verkehrsclubs VCÖ und der Österreichischen Raumordnungskonferenz ÖROK für das Jahr 2020 gezeigt.

Güssing und Neusiedl als Schlusslichter

Wie viele Pendler können das nächstgelegene regionale Zentrum öffentlich in weniger als 30 Minuten erreichen?
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Im Bezirk Güssing erreichten zum Erhebungszeitpunkt an Schultagen nur 49 Prozent das nächste regionale Zentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln in weniger als einer halben Stunde, im Bezirk Oberwart 75 Prozent.

An schulfreien Werktagen ist das Angebot in vielen Regionen besonders gering. Im Bezirk Jennersdorf erreichen an schulfreien Werktagen nur elf Prozent das nächste regionale Zentrum, im Bezirk Güssing 36 Prozent.

Dass die öffentliche Erreichbarkeit deutlich besser sein kann, zeigt der Bezirk Mattersburg. 90 Prozent erreichen an Schultagen das nächste regionale Zentrum innerhalb einer halben Stunde mit dem öffentlichen Verkehr, an schulfreien Werktagen 88 Prozent. Der Bezirk Eisenstadt Umgebung liegt mit 68 Prozent im Mittelfeld. Die künftige Bundesregierung möchte mit einer Regionalverkehrsmilliarde und einer Mobilitätsgarantie das öffentliche Verkehrsangebot in den Regionen verbessern. Der VCÖ fordert die rasche Umsetzung. Verbesserte Linienangebote sind um nachfragebasierte Angebote wie Sammeltaxis zu ergänzen. „Der Verkehrsbereich kann seine Klimaziele nur erreichen, wenn auch in den Regionen weniger mit dem Auto gefahren wird. Dafür braucht es ein verbessertes öffentliches Verkehrsangebot“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer. Gefordert sind für den VCÖ auch die Gemeinden: Zersiedelung erschwert die Versorgung der Bevölkerung mit dem öffentlichen Verkehr. „Die Zersiedelung ist zu stoppen, stattdessen sind die Ortskerne und die Nahversorgung zu stärken. Das macht auch die Orte wieder lebendiger und stärkt die Gemeinschaft.“