Tourismusstatistik: Bundesheer sorgt für Plus. Der Bezirk Güssing hat um 48,2 Prozent weniger Nächtigungen. Der Bezirk Jennersdorf mit 45 Prozent im Burgenland das kleinste Minus.

Von David Marousek und Carina Fenz. Erstellt am 06. August 2020 (05:10)
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71.192 Nächtigungen wurden von Jänner bis Juni im Bezirk Güssing verzeichnet. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht dies einem Minus von 48,2 Prozent, waren es doch 2019 in diesem Zeitraum 137.364 Übernachtungen gewesen. Im Bezirk Jennersdorf, der zwar im Burgenlandvergleich mit dem geringsten Minus aussteigt, ist der Rückgang mit 45 Prozent aber nicht wesentlich kleiner. 30.540 Nächtigungen wurden im ersten Halbjahr gezählt, 2019 waren es noch 55.542.

Ein Minus, bedingt durch die Coronakrise, welches schmerzt und auch in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr aufzuholen ist. Die Touristiker sind trotzdem positiv gestimmt. „Nach Rückgängen von bis zu 94 Prozent durch den Lockdown, zeigt sich schon im Juni ein Trend für eine gute Entwicklung im zweiten Halbjahr. Zwar ist der Nächtigungsrückgang im Juni auch um die 30 Prozent, aber unter Berücksichtigung, dass sowohl in Kukmirn (Lagler) und Güssing (Aktiv Park) die Leitbetriebe geschlossen waren und diese Nächtigungen für das gesamte Jahr 2020 ausfallen“, meint Tourismus-Geschäftsführer Harald Popofsits. Deutlich erkennbar ist aber, so Popofsits, dass die Aufenthaltsdauer der Gäste länger wird.

Quelle: WKO Burgenland; Grafik: Bischof

Besonders auffallend ist das enorme Plus in Eberau. Dafür gibt es eine Erklärung. „Ein dreimonatiger Aufenthalt von Bundesheersoldaten ist dafür verantwortlich. Dieser wurde Ende Juni wieder beendet“, erklärt Popofsits.

Die unterschiedliche Entwicklung der Nächtigungen in den Gemeinden kann man auf die Struktur der Gästebetten zurückführen. Gemeinden in der Weinidylle mit Kellerstöckln haben sich durch die große Nachfrage bereits gut entwickelt, „Gemeinden mit gewerblichen Betrieben die traditionell viele Busgruppen/Schüler/Vereine beherbergen (Heiligenbrunn), werden es durch den starken Rückgang dieses Reisesegmentes weiter schwer haben, diese zu kompensieren“, so der Tourismus-Chef, der dem Burgenland-Bonus-Ticket ein sehr gutes Zeugnis ausstellt. „Gerade für diese Betriebe wirkt sich das Burgenland-Bonus-Ticket sehr positiv aus. Für den Sommer Juli/August rechnen wir im besten Fall bereits mit einer ausgeglichenen Nächtigungsstatistik im Vergleichszeitraum zum Vorjahr“, ist Popofsits überzeugt.

Quelle: WKO Burgenland; Grafik: Bischof

Jennersdorfs Tourismus-Obmann Herbert Krbeczek kann sich zwar über das geringste Minus im Bezirksvergleich freuen, meint aber: „Es macht wenig Sinn alle Monate mit Corona zu vermischen. Am interessantesten wäre es, die Monate Juni und Juli mit dem Vorjahr zu vergleichen.“ Der Juni, so Krbeczek, sei etwas schwächer gestartet als im Vorjahr, aber der Juli schon stärker als im letzten Jahr. „Die Vorbuchungen für den August sehen auch schon vernünftig aus. Es sollte zumindest kein Minus anfallen.“

Besonders sichtbar ist das Minus in Heiligenkreuz, welches auf die fehlenden Fußballcamps zurückzuführen ist.