Segnung des Roma-Gedenksteins in Stegersbach

Vergangenheitsbewältigung stand bei der würdigen Segnung des Roma-Gedenksteins im Vordergrund.

Carina Fenz
Carina Fenz Erstellt am 17. September 2021 | 05:57
Holocaust Gedenkstein Stegersbach
Emmerich Gärtner-Horvath, Pfarrer Gerhard Harkam, Bürgermeister Heinz Peter Krammer, Landesrat Leonhard Schneemann, Manuela Horvath und Pfarrer Thorsten Carich (v.l.) vor der Roma-Gedenkstätte.  Foto: 
Foto: Lexi

Von einem großen Teil der Roma-Volksgruppe im Ort ist heute nur noch ein kleiner übrig geblieben. Das liegt unter anderem daran, dass zahlreiche Romnis und Roma während des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern getötet wurden. Um sie und ihr Schicksal, immer in Erinnerung zu behalten, wurde an der Kreuzung Berggasse/Hinterforst ein Roma-Gedenkstein errichtet.

An jener Stelle, wo im früher sogenannten „Zigeunergraben“ bis in die 1960er Jahre die größte Stegersbacher Roma-Siedlung stand. Angeregt wurde die Errichtung von der Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt und dem Vereins Roma-Service. Auch die Gemeinde war sofort mit im Boot und beschloss die Errichtung einstimmig. Angefertigt wurde der Gedenkstein vom Stegersbacher Steinmetz Alexander Fikisz.

69 Roma-Opfer aus Stegersbach sind namentlich bekannt. Jene Namen wurden von Romapastoral Manuela Horvath im Zuge der Feier namentlich verlesen. Für jedes Opfer wurde eine Kerze entzündet.

Auch Landesrat Leonhard Schneemann erinnerte anlässlich der Segnungsfeier an die Wichtigkeit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und betonte: „Das Jahr 2021 ist ein ganz besonderes Jahr – wir feiern 100 Jahre Burgenland. In diesem Zusammenhang dürfen wir das dunkelste Kapitel unserer Geschichte nicht ausblenden. Erinnerung ist die Voraussetzung dafür, dass wir wachsam bleiben. Wer die Vergangenheit nicht sieht, wird auch blind für die Gegenwart und für die Zukunft.