Die Renaissance des KUZ Güssing

Der Bezirk bestimmt, das Land setzt um: Nach der Volksbefragung im Sommer ist das Projekt Kulturzentrum in vollem Gange.

Erstellt am 25. November 2021 | 06:00
KUZ
Das Kulturzentrum mit seinen stolzen 44 Jahren am Betonbuckel stammt aus der architektonischen Zeit des Brutalismus und wurde im Sommer 1977 eröffnet. Heuer im Frühsommer wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Der Start für die Generalsanierung und den Umbau legt man auf 2023 fest.
Foto: Archiv

güssing Dass das Land diesen direktdemokratischen Auftrag ernst nimmt, unterstreichen die konsequenten Vorbereitungsschritte für die Modernisierung des Kulturzentrums. Bei der Volksbefragung im Juni sprachen sich etwa 59 Prozent der Bevölkerung für das KUZ aus. Jetzt werden die Pläne „gründlich und intensiv vorangetrieben“, informiert Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Das Kulturzentrum wurde zwei Tage nach der Volksbefragung unter Denkmalschutz gestellt; trotzdem liegt man mit den Planungen, die mit den Anliegen an den Denkmalschutz konform sind, in der Zeit. „Geplant ist neben der Generalsanierung des Bestandes ein Veranstaltungssaal mit 500 Sitzplätzen, die Überdachung des Innenhofes sowie die Sanierung des Restaurants und die Errichtung einer Restaurant-Terrasse. Als neuer Aspekt wird eine nach innen und außen flexibel nutzbare Bühne geprüft“, erklärt der Landeshauptmann. Mit dieser drehbaren Bühne könne man flexibel agieren; damit werde das neue KUZ noch variantenreicher und vielfältiger nutz- und bespielbar.

Marianne Resetarits, Obfrau von Musical Güssing, ist ob des Umbaus zuversichtlich: „Das mit der Bühne ist eine tolle Sache und grundsätzlich bin ich guter Dinge für das KUZ. Ich hoffe, dass es wieder so sein wird, dass sich alle, die Bedarf haben, einmieten können. Wenn der Bau attraktiv gestaltet wird, wird das bestimmt mehr genutzt. Neues ist gefragter und das wird bestimmt einen Aufschwung für die Region darstellen.“

Rund 20 Millionen sollen investiert werden

Für das Projekt sollen laut Doskozils Pressesprecher Christian Stiller rund 20 Millionen Euro aufgewendet werden. Dass dem Umbau nicht alle so viel abgewinnen können, kristallisiert sich bei Frank Hoffmann, Leiter des Güssinger Kultursommers, heraus: „Ich halte das für nicht sinnvoll verwendetes Geld und denkmalschutzwürdig ist dieses Gebäude auch nicht. Ob es dann in größerem Umfang bespielt wird als jetzt, ist zu bezweifeln; es ist ein Zweckbau aus den 70ern und diesen Zweck erfüllt es ja. Meiner Meinung nach hätte die Burg belebt gehört und auch restauriert, da hätte man mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können. Das Resultat der Befragung ist halt auch auf die politische Polarisierung zurückzuführen; aber der Karren ist schon dort, wo er sein soll, somit lassen wir uns überraschen.“