Hofer sorgt für Wirbel in Stinatz. Nach dem ORF-Sommergespräch mit dem FPÖ-Parteivorsitzenden Norbert Hofer gehen die Wogen in der Stinatzer SPÖ hoch.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 20. August 2019 (13:27)
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Bezugnehmend auf die Aussage Hofers beim ORF-Sommergespräch auf die Frage von Moderator Tobias Pötzelsberger „ob das Asylthema im Wahlkampf noch Thema ist, wo jetzt das Klima deutlich wichtiger geworden ist in der öffentlichen Wahrnehmung“, antwortete Hofer: „Wir haben heute 100.000 Syrer und Afghanen in Österreich."

Das Bild habe sich verändert, so Hofer: "Jetzt der Anschlag auf unsere Geschäftsstelle in Wien (Anm. Pötzelsberger korrigierte Hofer, dass der Anschlag in Niederösterreich war) von einem subsidiär Schutzberechtigten. Das ist schon ein starkes Stück. Und ich überlege mir schon, da kommen Menschen nach Österreich, die sagen, sie wollen Schutz und dann müssen wir vor diesen Menschen geschützt werden."

Wenn er in einer Zeitung lese, dass irgendwo ein Messerattentat war, dann wisse er schon mit ziemlicher Sicherheit, "das war kein Bürger aus Tobaj oder Stinatz, sondern es war jemand, der aus einer Kultur kommt, wo das Messer vielleicht ein bissl lockerer sitzt. Das sind schon Dinge, die uns immer noch sehr, sehr zu schaffen machen.“

„Wir Stinatzer sind auch kein Nicht-Vergleich mit Messerstechern“.Joef Kreitzers

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Eine Antwort bekam Hofer am Dienstag vom Stinatzer SPÖ-Vizebürgermeister Josef Kreitzer, der sich gegen die Aussagen Hofers verwehrt: „Dass uns heute einige Zugeständnisse (z.B.: zweisprachige Ortstafel, zweisprachige Unterrichtssprache in unserer Volksschule, das Kroatische auch als Amtssprache,…) – abgeleitet aus den diversen Gesetzen – zuerkannt werden, ist sicherlich unserem Fleiß, dem Einsatz für unsere kulturelle Geschichte und auch den Einsatz für unser Burgenland und für unser Österreich geschuldet. So haben wir für unsere Einwohnerzahl und Gemeindegröße einen überproportionalen Akademikeranteil, wir haben Bundesligaprofis unter uns, Präsidenten und Vorsitzende überregionaler Verbände, Vereine und Organisationen. Das wurde uns aber nicht geschenkt. Das wurde hart erarbeitet."

Selbstverständlich gebe es, wie auch über viele andere Gemeinden, immer Geschichten, Erzählungen und Stories, teils aus der Vergangenheit und auch aus der Gegenwart. Vieles aber sei, so wie auch anderswo, oftmals überzeichnet worden.

"Denn wir haben uns gerade in Integrationsfragen und in der Betreuung von Asylsuchenden, beginnend vom Fall der Mauer über den Ex-Jugoslawienkonflikt bis in die Gegenwart, immer wieder sehr positiv hervorgetan", so Kreitzer. Mehrmals sei man in den letzten Jahren dafür gelobt worden, dass man gerade in Stinatz – gemessen am Anteil von Asylwerbenden aus allen Ländern (oft bis zu 10% gemessen an der Einwohnerzahl) – die wohl geringste Rate an Vorfällen im Zusammenhang mit Asylwerbenden aufzuweisen habe.

"Und dies ist sicher unserem offenen Umgang geschuldet und nicht irgendwelchen Vergleichen oder auch Nicht-Vergleichen mit G’schichtln aus der Vergangenheit. Als Vizebürgermeister verlange ich, dass Norbert Hofer als politischer Funktionsträger sich nicht nur für diesen Nicht-Vergleich entschuldigt, sondern in Zukunft derartige Aussagen unterlässt“, betont Kreitzer.