Lieferstopp für „Güssinger Mineralwasser“ bei Hofer. Grund für den Abnahmestopp ist ein Streit zwischen dem russischen Güssinger-Eigentümer und einem Großgläubiger.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 14. August 2019 (04:31)
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Der Diskonter Hofer, der bislang größte Kunde des Mineralwasserabfüllers Güssinger, hat die Zusammenarbeit vorerst beendet. Auslöser dafür war ein Streit zwischen dem Güssinger-Eigentümer und einem bulgarischen Großgläubiger. Dabei gehe es um die Vorherrschaft in der Wasserfirma.

Der Wasserabfüller gehört seit 2012 zum Firmennetz eines eingebürgerten Russen. Hofer überprüfe derzeit die veränderten Eigentumsverhältnisse und die Identität der wirtschaftlichen Berechtigten bei Güssinger und deren Gesellschaften. Sollte die Redlichkeit des Lieferanten zweifelsfrei geklärt sein, schließe man nicht aus, wieder mit Güssinger zusammenzuarbeiten.

Zusammenarbeit auf Eis

Grund für die „Stilllegung“ war ein Schreiben des Großgläubigers der Güssinger-Mutter an Hofer. Die Bulgaren sollen Kreditschulden über 10,6 Millionen Euro der Güssinger-Mutterfirma bei einer russischen Bank abgelöst und dafür die verpfändeten Sicherheiten (Liegenschaften und -Gesellschaftsanteile, Stimmrechte) erhalten haben. Der Eigentümer bestreitet, dass den Bulgaren Gesellschaftsanteile und Stimmrechte rechtmäßig übertragen wurden.

Im Mai wollten die Bulgaren einen neuen Geschäftsführer bei Güssinger einsetzen, sind aber damit beim Firmenbuchgericht abgeblitzt. Denn die Güssinger-Mutterfirma hatte am Vortag ihre Anteile an eine von ihr kontrollierte Treuhandfirma abgetreten, um die Abberufung der Geschäftsführung zu verhindern. Der neue Güssinger-Geschäftsführer Anatoliy Boikiv soll laut Eigentümervertretung Ruhe in den Betrieb bringen.

Die Burgenländer sollen bis zu 30 Millionen Liter Wasser pro Jahr an Hofer geliefert haben. Das soll etwa 80 Prozent des Umsatzes sein.

Von Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig heißt es dazu: „Ich hoffe, dass die privaten Eigentümer eine Lösung finden, um ihre Unstimmigkeiten zu beenden. Güssinger darf als regionalem Leitbetrieb durch die internen Ränkespiele tunlichst kein Schaden entstehen.“ Am Unternehmen selbst ist das Land Burgenland über die Wirtschaft Burgenland gegenwärtig nicht engagiert.