Moorbier im Entstehen. Eine neue Kreation soll das Moor und den Biergenuss verbinden. In Zusammenarbeit mit dem Moor in Rohr gelingt der Bierquelle Heugraben ein außergewöhnliches Bier.

Von Stefanie Romirer-Maierhofer und Niklas Mikovits. Erstellt am 21. Juli 2020 (05:50)

Das Moor in Rohr ist auf eine komplett neue Art erlebbar gemacht worden. „Es ist herrlich. Raus aus den Schuhen – rein in den Moorschlamm und die Leute sind hin und weg“, macht Projektleiterin Helga Galosch Lust auf Moor.

Galosch liegt es sehr am Herzen, dass das Gebiet barrierefrei wird. Daher wird das Moor zukünftig für jeden besuchbar gemacht. Der Aufenthalt soll sowohl für Menschen mit Einschränkungen, als auch für Familien mit Kinderwagen erleichtert werden. Galosch erzählt: „Wir bekommen immer wieder Anfragen von Schulklassen, wo auch Kinder mit Behinderungen dabei sind und die dürfen, nein, müssen sogar mitgehen können.“ Helga Galosch ist sehr dahinter, dass dieses Projekt so schnell wie möglich fertig wird, damit eine ihrer nächsten Visionen in die Tat umgesetzt werden kann. Mit den folglich steigenden Besucherzahlen kommt eine Expansion des Sortiments genau richtig.

Das Moor gibt es bald auch in Bierform

Nun kann man das erholsame Heilmoor nicht nur zu Fuß konsumieren, sondern auch mit Hilfe der Zickentaler Brauerei als Bier genießen. Diese befindet sich im großelterlichen Bauernhaus der Familie Krammer, wo seit 2016 Bier gebraut wird. Mit der neuen Idee im Kopf gelang es der Projektleiterin, den Leiter der Bierquelle Heugraben, Patrick Krammer, mit den Worten: „Wie schaut‘s aus, probieren wir einmal ein Moorbier? Ich möchte aber gerne, dass ein Auszug vom Heilmoor im Bier drinnen ist“, für die Zusammenarbeit zu begeistern.

Als sie das Moorprojekt voriges Jahr im Jänner übernommen hat, schwirrte ihr die Idee im Kopf herum, zwei regionale Komponenten zusammenspielen zu lassen und somit kam das südburgenländische Naturschutzgebiet in Rohr auf die innovative Brauerei aus Heugraben zu, um Synergien zu schaffen. Mit großer Freude verkündet Helga Galosch: „Beide Bürgermeister (Mario Faustner, Heugraben / Gernot Kremsner, Rohr) waren sofort dabei!“ Eine Kreation, die für beide Parteien profitabel ist, ergänzt sie einerseits die bereits vorhandenen Produkte des Moorochsen und ist andererseits eine Bereicherung für die Brauerei. Das Bier soll nicht nur mit dem Moorochsen harmonieren, sondern auch in das Stammsortiment der Bierquelle Heugraben etabliert werden. Auf die Frage, was sich die Konsumenten geschmacklich von dem Moorbier erwarten können, antwortet Galosch: „Es ist so, dass es ein sehr süffiges Bier sein wird. Das heißt, man wird es sehr gut trinken können.“

Darüber hinaus soll es über eine leichte Bitternote verfügen und dennoch sehr fruchtig schmecken. Zusätzlich hat das Moor die Bestätigung, dass es über sehr viele Mineralien verfügt und diese sollen natürlich in das Bier miteinfließen. Eine herausstechende Heilwirkung ist von dem Gebräu nicht zu erwarten, da der prozentuelle Anteil des angereicherten Heilmoors zu niedrig sei. „Ich habe mir einige Stunden den Kopf zerbrochen, wie man das Heilmoor in ein Bier bringt“, beschreibt Patrick Krammer die aufwendige Rezeptentwicklung. Dennoch war die Umsetzung in einen Brautag erledigt. „Das Brauwasser ist mit dem Moorextrakt bereichert worden“, sagt Krammer über den Brauprozess. Voraussichtlich wird sich der Alkoholanteil im Bier zwischen 4,8 und 5,2 Prozent einpendeln. Mit dem Satz: „Bierbrauen ist eine Wissenschaft für sich“, zieht Galosch ihren Hut vor Krammer.

Trotzdem gelang es dem Team, einen Auszug des Heilmoores in das Bier miteinzubringen. „Wir haben geschwind gebastelt und waren sehr froh, dass dieser tolle Prototyp rausgekommen ist, dies hat Patrick Krammer jetzt schon feststellen können. Also haben wir noch ein bisschen Zeit, um uns einen Namen zu überlegen. Ich nehme mal an: Rohr Moorbier, Zickentaler Moorbier plus das Jahr wird es wohl werden“, meint die Projektleiterin. Bierliebhaber dürfen sich künftig auf viele verschiedene Sorten des Moorbieres freuen. Dies hängt davon ab, wie sich das Bier in den nächsten Wochen weiterentwickelt und wie es angenommen wird.