Straßennamen: Volk wird befragt. Bereits zwei Mal hat sich die Bevölkerung von Rohr gegen die Einführung von neuen Straßenbezeichnungen ausgesprochen. Jetzt lässt man am 11. Oktober abstimmen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:55)
Symbolbild
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Die Gemeinde Rohr startet einen neuerlichen Anlauf zur Einführung von neuen Straßenbezeichnungen. Auf Antrag der SPÖ-Fraktion hat sich der Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen, am 11. Oktober dazu eine Volksbefragung durchzuführen.

Kevin Friedl,SPÖ-Gemeindevorstand
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Darüber entscheiden, ob in Rohr Straßenbezeichnungen eingeführt werden, können 386 Gemeindebürger, denen die Frage „Sollen in der Gemeinde Rohr Straßenbezeichnungen eingeführt werden?“ gestellt wird. Alle Wahlberechtigten können diese Frage mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten.

Ein großes Interesse für das Thema Straßenbezeichnungen und viele Besucher gab es beim Informationsabend im Gasthaus Supper im Frühjahr 2020. „Umfangreiche Informationen bezüglich Bürgerservice, Rettung, Post und Kosten wurden im Rahmen des Infoabends diskutiert und geklärt. Bürgermeisterin Andrea Reichl aus Deutsch Kaltenbrunn war zusätzlich als Expertin zu Gast. Diese hohe Zahl an Interessenten ist für uns Beweis genug, dass eine Volksbefragung auf jeden Fall gerechtfertigt ist, um die endgültige Meinung der Rohrer Bevölkerung zu klären“, begründet die SPÖ-Fraktion den Antrag.

2017 waren 59 Prozent der Haushalte dagegen

Bei einer rechtlich nicht bindenden Umfrage im Jahr 2017 hatten sich 59 Prozent der Haushalte gegen die Einführung von Straßennamen ausgesprochen. Ähnlich war das Ergebnis bei einer Befragung Ende 2015.

Gernot Kremsner, BürgermeisterListe Rohr
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Warum die Liste Rohr jetzt trotz der zweimaligen Ablehnung mitgestimmt hat, begründet Bürgermeister Gernot Kremsner folgenderweise: „Wir wollen, dass das Thema endgültig vom Tisch ist. Wenn die Bevölkerung dafür ist, dann sind wir definitiv nicht dagegen.“ Die Durchführung der Volksbefragung ist, so Kremsner, ein enormer Aufwand. „Wir müssen ein Wählerverzeichnis erstellen und eine Wahlbehörde einberufen. Natürlich ist das alles mit Kosten verbunden, aber Volksbefragungen sind ein demokratisches Recht, dem wir auch nachkommen werden, ganz egal, wie das Ergebnis dann letztendlich ausfallen wird“, meint Kremsner.