Verein Wieseninitiative: „Rettet die Artenvielfalt“

Der Verein Wieseninitiative startet zuletzt ein neues Projekt. „Wir möchten ein burgenlandweites Sortenerhalter-Netzwerk gründen“ – worum geht’s?

Erstellt am 25. September 2021 | 05:18
Sorten bewahren
Pate werden. Der Verein Wieseninitiative und Brigitte Gerger setzen sich für die Apfel-Artenvielfalt ein.
Foto: BVZ

Dass es mehr Apfelsorten als jene, die man im Handel bekommt, gibt, wird womöglich bekannt sein. Aber dass im Burgenland weit über 300 Sorten existieren, darauf will Brigitte Gerger von der Wieseninitiative nun bewusst aufmerksam machen. Viele namentlich bekannten Sorten sind in Büchern beschrieben, doch fehlende Vermehrung dieser lässt die köstliche Vielfalt nach und nach aus den Baumschulen und Obstgärten des Landes verschwinden. Im Jubiläumsjahr startet man somit das Projekt mit der Erhaltung von 100 Apfelsorten. „Bis jetzt haben wir 17 Sorten fix vergeben. Die einzigen Bedingungen sind eine zu unterzeichnende Einverständniserklärung, damit die Erhalter öffentlich aufscheinen können, eine Fläche von 8x8 Meter und dass das Bäumchen gehegt und gepflegt wird. Der Interessent bekommt zwei Bäumchen von seiner ausgewählten Sorte und soll in Zukunft Edelreiser an Interessenten weitergeben“, informiert die Initiatorin. Edelreiser sind einjährige Triebe, die bei Saftruhe im Jänner/Anfang Februar geschnitten und auf eine Unterlagspflanze aufgeedelt werden.

„Wir haben bewusst überlegt und es für sinnvoll befunden, die Sorten auf viele Leute zu verteilen. Das minimiert das Risiko der vernachlässigten Gartenpflege. Die Sortenpaten werden von uns regelmäßig mit Infos versorgt“. Zukünftige Apfelsortenpaten finden weitere Infos auf der Vereinswebsite unter www.streuobstwiesn.at. Abschließend verweist Gerger auf die Burg Forchtenstein Mitte Oktober: „Beim Apfelkulinarium vom 19. bis 24. Oktober kann man viele dieser Sorten vor Ort ansehen und verkosten. Dadurch wollen wir Menschen zum Erhalt motivieren“.