Tierliebe: Schlagersängerin rettete Amsel das Leben. Schlagersängerin Nina Stern und Andrea Maranitsch vom Gut Steinbach haben einer kleinen Amsel das Leben gerettet. Aus der Amsel Anton wurde jetzt die kleine Antonia.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 05. Juli 2020 (05:23)
Tierrettung. Der kleine Amsel Antonia fühlt sich auf Gut Steinbach rundherum wohl.
BVZ

Als die Schlagersängerin und Managerin Nina Stern vor zwei Wochen in ihrem Garten in Mischendorf mit der Pflege ihrer Gemüsepflanzen beschäftigt war, hörte sie aufgeregtes Fiepen und sah zwei Raben, die eine kleine Amsel aus einem Busch jagten. Sie vertrieb die Vögel, die das frisch geschlüpfte Junge bereits verletzt hatten und fand die kleine Amsel schließlich versteckt hinter einer Gießkanne: „Ich habe gewartet, ob die Eltern kommen, aber sie sind nicht gekommen. Dann habe ich versucht, dem kleinen Vögelchen Wasser zu geben und habe einen Tierarzt angerufen.“ Dieser hat Nina Stern dann vorgeschlagen, sich an Andrea Maranitsch vom Gut Steinbach zu wenden. Diese hat gerne die Aufzucht der kleinen Amsel „Anton“ übernommen, die sich als eine „Antonia“ entpuppte.

Tieraufzucht mit Liebe und Leidenschaft

Andrea Maranitsch hat sich in den vergangenen fünf Jahren ein kleines Paradies in Stegersbach geschaffen. Um die vielen Tiere, die seither bei ihr eingezogen sind auch artgerecht halten zu können, hat sie Ausbildungen zur Jägerin und Falknerin absolviert. Deshalb landen viele kleine „Findlinge“ im Gut Steinbach. „Es gibt so etwas wie einen Ehrencodex, wenn man die Möglichkeit hat, muss man auch die Tiere aufnehmen.“ Und das macht die passionierte Tierliebhaberin auch leidenschaftlich gerne. Die kleine „Antonia“ durfte in einen Papageienkäfig im Wohnbereich einziehen. Dort wurde sie von Andrea Maranitsch mit Würmerbrei mit Eidotter aufgepäppelt.

„Man füttert die Jungen immer so lange, wie sie Hunger haben. Das kann auch alle zwei Stunden sein, Tag und Nacht. Wenn man sie in der Nähe hat, merkt man es sofort, wenn sie wieder hungrig sind“, erzählt Maranitsch. Antonia hat sich prächtig entwickelt und ist bereits in eine Außenvoliere übersiedelt. Sie kann zwar bereits eigenständig essen, genießt es aber, gefüttert zu werden und geht offen auf Menschen zu.

„Wir müssen mit dem Auswildern auf einen geeigneten Zeitpunkt warten, im Moment ist sie dafür noch ein bisschen zu klein“, erklärt die Falknerin. Aktuell kümmert sich Andrea Maranitsch auch um ein kleines Rehkitz, das mit einem Gewicht von nur 1.400 Gramm zu ihr gekommen ist und nicht einmal stehen konnte. Dafür wird auch ein Gatter gebaut, und man ist auf der Suche nach einem zweiten Rehkitz: „Es muss den Tieren gut gehen. Die Rehe, die von Menschen aufgezogen werden, sind davon sehr geprägt und sie können Gefahren nicht gut abschätzen. Unser Rehkitz spielt mit unseren Katzen und unserem Hund. Deshalb wird ein Gatter gebaut, in dem es geschützt ausgewildert werden kann. Aber Rehe leben nicht gerne alleine, deshalb wäre es schön, wenn wir ein zweites bekommen würden“, hofft Andrea auf einen weiteren Zuwachs in ihrem Tierparadies.