Konzept-Idee „Unser G’schäft“ findet Anklang. Das Konzept „Unser G’schäft“ in Strem soll die Nahversorgung einer Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf sichern.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 27. Juli 2020 (05:42)
Erfahrungsaustausch. OSG-Vorstandsobmann Alfred Kollar, Architekt Reinhard Taschner, Oberloisdorfs Bürgermeister Manfred Jestl, Alois Mondschein (Post), OSG-Vorstand Ewald Gossy, Strems Bürgermeister Bernhard Deutsch und OSG-Aufsichtsrat Andreas Krutzler.
OSG

Erst vor wenigen Wochen hat die Gemeinde Strem eine Haftungsübernahme für einen Kredit des Vereins „Unser G’schäft“ beschlossen. Wie die BVZ berichtete, hat der Verein die Refinanzierung der offenen Verbindlichkeiten neu organisiert. Im Zuge der Haftungsübernahme wurden auch kritische Stimmen laut, die einen Gewissenskonflikt in der Causa orteten, weil Bürgermeister Bernhard Deutsch sowohl Obmann des Vereins als auch gleichzeitig Vermieter des Geschäftslokals sei. Die hohen Rückstände des Vereins kamen durch die Sanierung des Gebäudes zustande. Im Gespräch mit der BVZ meint Deutsch dazu: „Es gab im Zuge eines Dorferneuerungsprozesses 2012 eine Standortanalyse, die genau dieses Geschäftslokal am geeignetsten fand. Niemand hat sich bereichert.“

Stremer Geschäfts-Idee macht Schule

Die Idee, die Nahversorgung mit einem Verein zu sichern, hatte die Gemeinde Strem bereits im Jahr 2012. Fünf Mitarbeiterinnen schauen darauf, dass der Laden läuft. Sie sind das Wichtigste im G‘schäft, kennen alle Kunden persönlich und tratschen auch mit ihnen. Schließlich heißt es ja nicht umsonst, ‚durchs Reden kommen die Leit‘ zamm‘. Dem wurde auch in Strem Rechnung getragen. „Wir haben bewusst eine Kaffeeecke errichtet, damit sich die Menschen hinsetzen und miteinander reden können“, so Bürgermeister und Obmann des Vereins in Strem, Bernhard Deutsch.

Ein Schwerpunkt der bunten Angebotspalette liegt auf regionalen Produkten. 30 Direktvermarkter liefern ihre Ware zu, daneben gibt es im „G’schäft“ täglich frische Back- und Fleischwaren. Die Poststelle rundet das Angebot ab. Auch eine Hauszustellung zu älteren oder nicht mobilen Menschen wird in Strem angeboten.

Ein Konzept, dass jetzt auch in anderen Gemeinden Schule machen soll. Konkret geht es um die Gemeinde Oberloisdorf im Bezirk Oberpullendorf, die am Standort des ehemaligen Gasthaus zum Dorfkrug, das im Eigentum der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) ist, einen Neubau mit Nahversorger samt Kaffeehausecke, Frisörstudio und Wohnungen errichten möchte.

Kein Geschäft? Kein Problem

Für den Betrieb des Nahversorgers hat sich Bürgermeister Manfred Jestl (Oberloisdorf) nun mit dem OSG-Aufsichtsrat Andreas Krutzler, OSG-Vorstand Ewald Gossy und OSG-Obmann Alfred Kollar ein Bild vom „Mein G’schäft“ in Strem gemacht. Geplant ist heuer die konkrete Projektierung über die Bühne zu bringen, so dass kommendes Frühjahr mit dem Bau gestartet werden kann. Ziel ist es, einen weiteren Schritt im Sinne einer gelebten Dorferneuerung zu setzen – eine Bereicherung für die Infrastruktur und das Ortsbild von Oberloisdorf.