Arbeitslosenzahlen hoch: 523.300 Menschen ohne Job. Zwischen März und Mitte April sind die Arbeitslosenzahlen in Österreich coronabedingt um rund 190.000 auf 588.000 Betroffene nach oben geschnellt. Seit dem historischen Höchststand sind die Zahlen aber wieder um 65.000 gesunken. Damit fand erst rund ein Drittel der zusätzlichen Arbeitslosen wieder einen Job.

Von APA, Redaktion. Update am 26. Mai 2020 (16:22)
Noch immer über 123.000 mehr Arbeitslose als vor der Coronakrise
APA (Symbolbild)

Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer ist im Vergleich zur Vorwoche um 9.000 auf 523.300 zurückgegangen, wie Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Dienstag mitteilte. "Bei den Arbeitslosenzahlen sehen wir weiterhin eine erfreuliche Abflachung der Kurve", sagte Aschbacher bei einer Pressekonferenz in Wien. Am stärksten war der Rückgang im Vergleich zur Vorwoche in der Gastronomie mit 5.000 Arbeitslosen weniger.

Die Antragszahlen für Corona-Kurzarbeit haben sich seit letzter Woche nur wenig verändert, die Auszahlung der Gelder hat sich aber deutlich beschleunigt. Rund 109.300 Anträge von 113.700 waren per 25. Mai genehmigt mit einer Bewilligungssumme von 10,1 Mrd. Euro. Für 1,3 Millionen Arbeitnehmer ist damit Kurzarbeit möglich. An 42.000 Betriebe wurde Kurzarbeitsgeld überwiesen. Mit Stand Montagabend wurden laut Arbeitsministerium rund 447 Mio. ausbezahlt.

Mit den Zahlungen von Dienstag werde voraussichtlich die Marke von 500 Mio. Euro überschritten. Ende Mai laufen die ersten Kurzarbeitsprojekte aus, dann erwarten das Arbeitsministerium einen ersten Rückgang. Ob eine Verlängerung der Corona-Kurzarbeit über die derzeit möglichen zwei mal drei Monate möglich sein wird, ließ Aschbacher offen. Man analysiere mit den Sozialpartnern die von der Coronakrise betroffenen Branchen und diskutiere notwendige Lösungen.

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf zeigte sich mit der fixierten Kurzarbeit-Überarbeitung zufrieden. "Die Verlängerungsmöglichkeit sowie die nun erzielten Erleichterungen bringen Sicherheit", so Kopf. Betriebe könnten nun direkt dem Arbeitsmarktservice (AMS) ihre Vereinbarung schicken. Die Vereinbarungen müssten weder der Wirtschaftskammer - diese stimmt den Vereinbarungen pauschal zu - noch dem ÖGB übermittelt werden, erklärte der WKÖ-Generalsekretär.

Die SPÖ forderte am Dienstag angesichts der Arbeitslosen-Rekordzahlen erneut eine Erhöhung der Arbeitslosengeldes von aktuell 55 auf 70 Prozent des Letzteinkommens und ein großes Konjunkturpaket. "Es braucht jetzt massive Investitionen und umfangreiche Beschäftigungsprogramme", so SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch. Es müsse verhindert werden, dass "Massenarbeitslosigkeit zu einer Massenarmut" werde.