Feuerwerkskörper explodierte: 23-Jähriger getötet

Aktualisiert am 01. Januar 2022 | 14:11
Lesezeit: 4 Min
In der Silvesternacht hat es mehrere Unfälle mit Feuerwerkskörpern gegeben. Ein junger Mann wurde im Bezirk Baden kurz nach Mitternacht beim Zünden von Feuerwerkskörpern getötet, ein weiterer schwer verletzt.

Die Männer hatten sich mit rund acht weiteren Personen auf einer Wiese im Gemeindegebiet von Klausen-Leopoldsdorf getroffen, um die Silvesternacht zu feiern. Dabei zündeten sie sogenannte Kugelbomben.

Als eine der Bomben nicht sofort zündete, näherten sich vier Personen dem Feuerwerkskörper, als dieser explodierte. Ein 23-Jähriger aus dem Bezirk wurde bei der Explosion tödlich verletzt. Ein 21-Jähriger erlitt schwere Verletzungen, eine 19-Jährige und eine weitere männliche Person wurden leicht verletzt, berichtete die Polizei, die gegen 0.30 Uhr alarmiert wurde, in einer Aussendung.

Die Verletzten wurden nach der Versorgung durch Rettungskräfte vor Ort in umliegende Spitäler gebracht. Bei der explodierten Kugelbombe handelte es sich um einen Feuerwerkskörper der Kategorie F4, wie ein Polizeisprecher am Neujahrstag mitteilte. Ob beim 23-Jährigen ein dafür benötigter Nachweis der Fachkenntnis vorlag, war laut den Angaben des Sprechers Gegenstand weiterer Ermittlungen. An Ort und Stelle waren Beamte der Kriminaldienststreife des Bezirks sowie Bedienstete der Polizeiinspektion Alland. Mit der Untersuchung der Pyro-Gegenstände betraut war ein Sprengstoffexperte der Polizei.

„Schlimmste Silvesterbilanz seit Jahren“

Insgesamt gab es in Niederösterreich zu Silvester 221 Notfalleinsätze, um 13 mehr als im Vorjahr. Es kam zu 17 teils schweren Unfällen mit Feuerwerkskörpern, dies ist laut Notruf NÖ die schlimmste Silvesterbilanz seit Jahren. Neben dem Todesopfer im Bezirk Baden erlitten in Summe vier weitere Personen schwere und 18 Personen leichte Verletzungen.

Notruf NÖ musste von 21 Uhr abends bis 5 Uhr in der Früh insgesamt 318 Dispositionen durchführen. Ein Großteil der Einsätze, zu denen auch ein Notarzt ausrücken musste, war auf übermäßigen Alkoholkonsum, Stürze mit Kopfverletzungen und hauptsächlich akute Erkrankungen durch Herz- und Lungenprobleme zurückzuführen.

Verletzte auch in anderen Bundesländern

Zwei Jugendliche haben sich in Wien-Floridsdorf in der Silvesternacht beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern schwer verletzt. Den pyrotechnischen Gegenstand hatten der 13- und der 14-Jährige gefunden. Wie die Berufsrettung berichtete, dürften die beiden Burschen mit Schwarzpulver in Kontakt gekommen sein, das beim Entzünden zu einer Stichflamme führte. Im Bezirk Simmering verletzte sich ein 33-Jähriger vermutlich durch die Verwendung von Pyrotechnik laut Polizei schwer im Gesicht.

Auch in Tirol kam es bei zwei Vorfällen mit pyrotechnischen Gegenständen zu teils schweren Verletzungen. In Weerberg wollte ein 19-Jähriger vor dem Wohnhaus eine Rakete zünden. Sein 59-jähriger Vater stand dabei direkt neben ihm. Als der junge Mann die Rakete an der Zündschnur anzünden wollte, explodierte diese plötzlich. Durch die Explosion wurde der 19-Jährige an beiden Augen schwer verletzt. Sein Vater erlitt eine Platzwunde an der linken Stirn und einen Gehörsturz.

In Achenkirch zündete ein 42-Jähriger zwei Feuerwerksbatterien. Wegen einer Unterbrechung des Feuerwerks ging der Mann zu der Batterie. Genau in dem Moment als er sich mit dem Gesicht oberhalb des Objektes befand, zündeten weitere Feuerwerkskörper dieser Batterie und trafen ihn im Gesicht. Der Mann erlitt eine Rissquetschwunde unterhalb des linken Auges sowie eine Verletzung des Auges.

In Ebenau in Salzburg wurde ein 35-jähriger Österreicher beim Hantieren mit einem pyrotechnischen Gegenstand an der Hand schwer verletzt. Ein zweiter Mann erlitt Verletzungen im Gesicht und an den Händen. Zwei Jugendliche in St. Peter am Hart (Bezirk Braunau) in Oberösterreich verletzten sich kurz nach Mitternacht, als sie Feuerwerksraketen zünden wollten.

In Kärnten wurde ein 14-jähriger Bub in der Gemeinde Paternion, Bezirk Spittal an der Drau, von einem Böller getroffen. Ein Mann hatte diesen in der Nähe des Jugendlichen gezündet. Der Bub erlitte einen Gehörsturz. Der Mann verschwand in ein angrenzendes Mehrparteienhaus, Zeugen identifizierten ihn aber. In Hornstein (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) im Burgenland wurden bei einem Unfall mit Pyrotechnik zwei Personen verletzt und ins Spital Eisenstadt gebracht.