Zahl der Coronavirus-Infektionen stark gestiegen. Nach der neuen Einstufung der Virusfälle in China ist die Zahl der bestätigten Ansteckungen am Freitag erneut stark gestiegen. Allein in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina kamen innerhalb eines Tages 4.823 Infektionen hinzu, wie das Staatsfernsehen unter Hinweis auf die Gesundheitskommission der Provinz berichtete. Damit stieg die Zahl landesweit auf fast 64.000.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 14. Februar 2020 (16:48)
Fußgänger mit Gesichtsmasken in Hongkong
APA/dpa

Wieder starben allein in Hubei 116 Patienten an der Krankheit. Damit sind landesweit fast 1.400 Tote zu beklagen.

Am Vortag war die Zahl der neu bestätigten Infektionen bereits dramatisch um 15.000 angestiegen, weil in der neuen Zählweise auch die klinischen Diagnosen der Covid-19 genannten Lungenkrankheit aus den vergangenen Wochen mitgerechnet wurden. Da die DNA-Tests im Labor häufig die Infektion nicht feststellen können, werden jetzt auch die Fälle mitgerechnet, bei denen Ärzte eine Lungenentzündung, Fieber, Atemprobleme und andere typische Covid-19-Symptome festgestellt haben und auch ohne Labortest zu einer Diagnose der Infektion kommen.

Bei den 4.823 neuen Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus am Freitag in Hubei wurden auch 3.095 solche Fälle mit nur klinischen Diagnosen mitgerechnet, wie die Gesundheitskommission berichtete. Die neue Zählweise wird allerdings nur in der Provinz Hubei, nicht im Rest des Landes angewandt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüßte das neue Vorgehen. Es erlaube, Betroffene in Hubei schneller zu isolieren und zu behandeln und Kontaktpersonen früher unter Beobachtung zu stellen.

In Österreich gab es bis Freitagvormittag weiterhin keinen bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion (offiziell nun Covid-19). Es wurden landesweit 162 Tests durchgeführt, alle waren negativ, informierte das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage. Gegenüber Donnerstag sind damit fünf Untersuchungen dazugekommen.

Die ersten österreichischen Wuhan-Heimkehrer werden am Samstag aus der Quarantäne entlassen, hieß es aus dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV). Die sieben Österreicher waren die ersten Staatsbürger, die am 2. Februar ausgeflogen wurden. Sie waren mit einer französischen Maschine zunächst nach Frankreich gebracht und von dort mit einer Hercules-Transportmaschine zurück nach Wien geholt worden. Zwei sind bereits in Niederösterreich, fünf noch in Wien. Am Samstag endet die 14-tägige Quarantäne, alle Coronavirus-Tests waren negativ verlaufen.

Weiterhin in Quarantäne sind sechs Rückkehrer, die am 9. Februar in Österreich landeten. Die Reise der sechs Personen führte vergangenen Sonntag von Wuhan nach Großbritannien, dann nach Berlin. Die Tyrolean Air Ambulance brachte sie von Deutschland nach Wien. Eine Mutter und drei Kinder befinden sich in Wien in Quarantäne, ein Kärntner und seine Ehefrau sind in Kärnten in Heimquarantäne.

Die Austrian Airlines hat unterdessen mitgeteilt, Flüge von und nach China noch länger, nämlich bis zum 28. März 2020, auszusetzen. Dies betrifft die Destinationen Peking und Shanghai. Zuletzt waren diese Flüge bis 29. Februar ausgesetzt worden.