Erste Hinweise zu Brandanschlag auf FPÖ-Zentrale. Nach dem Brandanschlag auf die Landesgeschäftsstelle der FPÖ in St. Pölten am Montag in den Morgenstunden sind erste Hinweise eingegangen.

Von Redaktion, APA. Update am 13. August 2019 (14:46)
Der Brand konnte rasch gelöscht werden
APA

Diese würden vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Niederösterreich (LVT NÖ) "in Ruhe abgearbeitet", sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Dienstagnachmittag auf Anfrage. Zuvor war ein Zeugenaufruf gestartet worden.

Die Angriffe auf die Parteizentrale am Montag in der Zeit von 1.40 bis 2.07 Uhr erfolgten laut Landespolizeidirektion Niederösterreich mit Wurfbrandsätzen. Verwendet wurde von den vier Tätern vermutlich Benzin. Die Ermittlungen werden vom LVT NÖ (Tel.: 059133 30 8333) in Zusammenarbeit mit der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle sowie der Tatort- und Brandgruppe des Landeskriminalamtes geführt.

5.000 Euro für Hinweise ausgelobt

Dienstagfrüh wurden von der FPÖ Niederösterreich 5.000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ausforschung der Täter führen. Es gehe um rasche Aufklärung. "Wir vertrauen voll und ganz auf die Arbeit der Polizei", betonte Landesobmann Udo Landbauer. Baumschlager sagte, dass der von den Freiheitlichen ausgesetzte Geldbetrag nicht mit der Exekutive akkordiert gewesen sei.

Die Brandstifter müssten so rasch wie möglich zur Verantwortung gezogen werden, erklärte Landbauer. Ansätze zur Ausforschung gebe es mehrere, "vor allem die Tatsache, dass sich einer der Attentäter, wie auf dem Überwachungsvideo erkennbar, bei dem Brandanschlag offensichtlich selbst angezündet hat. Die Person hat höchstwahrscheinlich Brandverletzungen am Körper, im Gesicht und an den Händen". Der Anschlag sei "alles andere als ein Lausbubenstreich" gewesen, betonte der FPÖ-Landesobmann. Videoaufnahmen waren noch am Montag veröffentlicht worden.

LVT sucht nach Zeugen

Das LVT NÖ ersuchte am Dienstag um Hinweise auf das Täterquartett bzw. auf eine möglicherweise verletzte Person. Die Fragen:

- Wer hat am Montag (12. August) in der Zeit von 1.30 bis 2.15 Uhr in der Nähe des Tatortes (Purkersdorfer Straße 38, Anm.) Wahrnehmungen über schlanke und sportliche Personen gemacht?

- Wer hat Wahrnehmungen von Personen gemacht, die seit Montag ab 2.00 Uhr mögliche Brandverletzungen am Körper, im Gesicht oder an den Händen aufweisen?

- Wo wurde eine Person mit möglichen Brandverletzungen am Körper, im Gesicht oder an den Händen medizinisch versorgt?

Anschlag auf FPÖ-Zentrale für SPÖ Langenzersdorf "unglaubwürdig"

Indes hat sich auch die SPÖ Langenzersdorf auf Facebook zu Wort gemeldet: Der Brandanschlag auf die Landesgeschäftsstelle der FPÖ Niederösterreich sei "völlig unglaubwürdig". "Man sollte besser in den Reihen des RFJ ermitteln", postete die Ortsgruppe.

Unter "Sogenannter 'Anschlag' auf FPÖ Zentrale" war u.a. zu lesen: "Haben schon die Nazis so gemacht: Zuerst selbst den Justizpalast angezündet und dann 'FEUER' geschrien." Weiters hieß es in dem Post: "Altbewährte Taktik bei Rechtsextremen."

Die SPÖ habe die "rote Linie der Geschmacklosigkeit nun endgültig überschritten", reagierte der freiheitliche Landesparteisekretär Michael Schnedlitz. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner schaue tatenlos dabei zu, wie ihre eigenen Leute "einen Brandanschlag auf die Demokratie, der tödlich ausgehen hätte können, ins Lächerliche ziehen und völlig verrückte Meldungen von sich geben", sagte Schnedlitz. "Diese SPÖ ist am absoluten Tiefpunkt angelangt und an Grauslichkeit nicht mehr zu übertreffen."

Mittlerweile wurde das Facebook-Posting der SPÖ Langenzersdorf gelöscht. Wolfgang Kocevar, Landesgeschäftsführer der SPÖ NÖ, drückte zudem sein Bedauern aus: