NÖN-Geschäftsführer begrüßt Reform des Urheberrechts. Die EU hat nach langen Verhandlungen eine Reform der Urheberrechtsrichtlinie beschlossen. Es sei eine Einigung zwischen dem EU-Parlament, den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission erzielt worden, schrieb Vize-Kommissionspräsident Andrus Ansip im Kurzbotschaftendienst Twitter. Europa erhalte nun endlich "moderne, an das Online-Zeitalter angepasste Regeln zum Urheberrecht".

Von APA Red. Erstellt am 14. Februar 2019 (12:06)
Shutterstock.com, Maksim Kabakou
Symbolbild

Presseverlage in der EU sollen künftig gegenüber Nachrichten-Suchmaschinen deutlich gestärkt werden. Plattformen wie Google News mussten bislang gar kein Geld an die Verlage zahlen, obwohl sie große Mengen ihrer Nachrichten nutzten. 

Die Einigung sieht nun vor, dass die Nachrichten-Suchmaschinen weiterhin Hyperlinks, einzelne Worte und kurze Textausschnitte anzeigen dürfen. Das Veröffentlichen von Überschriften oder ganzen Sätzen ist jedoch ohne Erlaubnis der Verlage und angemessene Entschädigung verboten.

Die Einigung vom Mittwoch muss in den kommenden Wochen allerdings noch vom Parlament und den Staaten der Europäischen Union bestätigt werden. Weil die Debatte so aufgeladen ist, könnte die Reform hier noch scheitern. Stimmen beide Seiten zu, haben die EU-Länder zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzuwandeln.

"Wichtiger Schritt in die richtige Richtung" NÖN-Geschäftsführer Fritz Dungl

NÖN-Geschäftsführer Fritz Dungl begrüßt den EU-Beschluss: "Der Wandel in der Medienlandschaft hat dazu geführt, dass immer mehr Aggregatoren Inhalte sammeln und zur Verfügung stellen, die sie nicht selbst erzeugt haben. Während in Bereichen wie Kunst und Industrie leistungsfähige Systeme Urheberrechte und Patente absichern, um geistiges Eigentum zu schützen, sind Inhalte von Medien nach wie vor weitgehend ungeschützt. Wenn diese Entwicklung dazu führt, dass klassische Medienhäuser sich nicht mehr finanzieren lassen und daher verschwinden, können Suchmaschinen auch keine professionell recherchierten Inhalte mehr finden. Daher halten wir die Reform des Urheberrechts für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung."

YouTube und Co. werden in Pflicht genommen

Neben der Einführung des Leistungsschutzrechts nimmt die Einigung vom Mittwoch in Artikel 13 auch Plattformen wie YouTube stärker in die Pflicht. Sie müssen künftig alles ihnen Mögliche tun, um Urheberrechtsverletzungen auf ihren Seiten zu verhindern. Geschützte Werke müssten demnach lizenziert werden, bevor sie auf den Plattformen landen - oder dürften nicht hochgeladen werden. Kritiker warnen, dass die Plattformen dadurch gezwungen seien, Uploadfilter einzuführen.

Dabei handelt es sich um eine Software, mit der Internet-Plattformen schon beim Hochladen überprüfen können, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind. Gegner bemängeln, Upload-Filter seien fehleranfällig und könnten - als Beifang - auch Inhalte wie Parodien oder Zitate blocken, die eigentlich legal sind. Dies sei letztlich Zensur. Unternehmen, die jünger als drei Jahre sind, einen Jahresumsatz von weniger als zehn Millionen Euro haben und unter fünf Millionen Nutzer im Monat, sollen von Artikel 13 ausgenommen werden.