Landthaler wechselt von Rapid- in Bundesliga-Vorstand. Der 44-jährige Neidlinger Raphael Landthaler soll ab 1. Februar der zweite Vorstand in der Fußballbundesliga neben Christian Ebenbauer werden.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 04. Dezember 2019 (17:56)
Neu im Vorstand der Fußball-Bundesliga: Raphael Landthaler.
NÖN (Landthaler) bzw. shutterstock.com/Menna (Hintergrund)

Seine Fußballkarriere hat der Neidlinger Raphael Landthaler als Jugendlicher bei seinem Heimatverein SV Karlstetten/Neidling begonnen. Als der SKN St. Pölten im Jahr 2000 nach der Auflösung des Vorgängerklubs VSE/FCN und letztlich Flash St. Pölten in der Landesliga neu durchstartete, wechselte der Verteidiger nicht nur zu den Landeshauptstädtern, sondern zählte gleich zu den Gründungsmitgliedern an der Seite des ersten Obmanns Sepp Hintermeier.

Vom SKN-Pressesprecher in den Rapid-Vorstand

Rasch profilierte sich der damals 25-jährige Landthaler beim SKN aber mehr in der Funktionärsriege als am Feld. Vom Pressesprecher stieg er rasch dazu auf, die Spielerverträge abzuwickeln und trotz Minibudget marschierte der Klub mit seiner Hilfe rasch bis in die Regionalliga Ost durch. Nach dem Aufstieg in der 2. Bundesliga trennte sich der SKN aber überraschend von Landthaler, da dieser sein Studium noch nicht fertig hatte und ihm daher nicht die nötige Kompetenz für die Bundesliga vom neuen Vorstand zugestanden wurde.

Neu im Vorstand der Fußball-Bundesliga: Raphael Landthaler.
NÖN-Archiv

Landthaler holte danach aber rasch sein Studium nach, heuerte beim SK Rapid Wien an und war beim Rekordmeister am richtigen Ort zur richtigen Zeit. Er machte sich sofort einen Namen als Experte für Profi-Spielerverträge und im Zuge des Stadionprojekts war Landthalers Aufstieg in den Rapid-Vorstand dann unaufhaltsam. Gemeinsam mit dem im Vormonat zum Rapid-Präsidenten gewählten Martin Bruckner hatte Landthaler als Rapids gevifter Organisationsentwickler die Kosten des Stadions akribisch durchgerechnet und für eine schwarze Null in den Rapid-Bilanzen dank Ausgliederung der Rapid GmbH gesorgt.

Doch nun scheinen sich die Wege des Rapid-Wunderteams Bruckner/Landthaler doch zu trennen. Schon im September hat sich der nunmehr 44-jährige Landthaler um den zweiten Vorstandsposten in der Bundesliga neben Christian Ebenbauer beworben. Offiziell liegt zwar noch keine Bestätigung der Entscheidung vor, dennoch dürfte diese bereits gefallen sein: Demnach wird Landthaler ab Februar den vakanten Posten übernehmen!

Der Topjob ist frei geworden, weil sich Reinhard Herovits im Herbst zurückgezogen hat. Landthaler galt als Wunschkandidat, da er auch am internationalen Parkett von UEFA und FIFA bereits jede Menge Erfahrung gesammelt hat. So vertrat er bei der Vereinigung der europäischen Klubs ECA zuletzt die Interessen der Hütteldorfer bei der Gestaltung der ab 2021 geplanten „Europa League 2“.