Ethikkommission äußert sich nicht zu Infantino-Fall. Die FIFA-Ethikkommission wird sich nicht zu möglichen internen Ermittlungen gegen Präsident Gianni Infantino äußern. Das teilte der Fußball-Weltverband am Sonntag mit. Die Ethikhüter könnten Infantino angesichts der juristischen Ermittlungen gegen ihn für 90 Tage suspendieren.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 02. August 2020 (16:12)
Die FIFA weist die Vorwürfe gegen ihren Vorsitzenden zurück
APA/dpa

"Die Ethikkommission ist ein unabhängiges Organ der FIFA. Bitte beachten Sie, dass sich die Ethikkommission grundsätzlich weder zu möglichen laufenden Verfahren noch dazu äußert, ob Untersuchungen zu angeblichen Fällen laufen oder nicht", hieß es.

In der als Fragen & Antworten formulierten Mitteilung wies die FIFA erneut alle Vorwürfe gegen ihren Vorsitzenden zurück. Die umstrittenen Treffen mit dem Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber, seien weder geheim gewesen, noch habe Infantino gegen Schweizer Recht oder FIFA-Regularien verstoßen. Dass man sich zu den Meetings in Hotels und Restaurants getroffen habe, sei ein Wunsch der Bundesanwaltschaft gewesen.

"Das Ziel war ausnahmslos die vollumfängliche Kooperation mit den Behörden. Die FIFA versuchte damals grundsätzlich, das Vertrauen in ihre Institution wiederherzustellen. Der FIFA-Präsident war zum Zeitpunkt des ersten Treffens gerade einmal 24 Tage im Amt, die FIFA befand sich in einer desaströsen Situation und es bestand zudem die Gefahr, von den US-Behörden als kriminelle Organisation eingestuft zu werden", hieß es von der FIFA.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag ein Strafverfahren gegen Infantino eröffnet. Dabei geht es um Treffen mit Lauber. Der Vorwurf lautet unter anderem auf Anstiftung zum Amtsmissbrauch. Laut FIFA habe der ermittelnde Staatsanwalt "weder hinreichende Anhaltspunkte, noch eine klare und nachvollziehbare Rechtsgrundlage zur Eröffnung des Verfahrens dargelegt".