Gasser und Alaba siegten zum 3. Mal bei Sportlerwahl

Aktualisiert am 05. Oktober 2022 | 22:45
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Fußball-Meister Salzburg zum 5. Mal in Folge Mannschaft des Jahres
Fußball-Meister Salzburg zum 5. Mal in Folge Mannschaft des Jahres
Foto: APA/KRUGFOTO
Snowboard-Olympiasiegerin Anna Gasser und Fußballstar David Alaba sind Österreichs Sportlerin und Sportler des Jahres 2022. Gasser gewann bei der Wahl durch die Mitglieder der österreichischen Sportjournalisten-Vereinigung SMA klar, Alaba denkbar knapp vor den beiden Ski-Olympiasiegern Matthias Mayer und Johannes Strolz. Als Mannschaft des Jahres wurde im Rahmen der Lotterien Sporthilfe-Gala in der Wiener Stadthalle Fußball-Meister Red Bull Salzburg geehrt.

Sowohl Gasser als auch Alaba erhielten zum dritten Mal die nach Niki Lauda benannte Trophäe NIKI. Die 31-jährige Kärntnerin war bereits 2017 und 2018 ausgezeichnet worden, der 30-jährige Wiener hatte schon 2013 und 2014 gewonnen. Mit dem Triple scheinen Gasser und Alaba nun in einem erlauchten Kreis von 13 Sportlerinnen und Sportlern auf, die zumindest dreimal gewonnen haben. Nur die alpinen Ski-Superstars Annemarie Moser-Pröll (7), Marcel Hirscher (6) und Hermann Maier (4) sind öfter als Beste des österreichischen Sports ausgezeichnet worden.

Alaba hatte sich in einer denkwürdigen Wahl vor acht Jahren mit einem einzigen Punkt vor Hirscher durchgesetzt, heuer lagen sogar drei Sportler hauchdünn zusammen. Der Abwehrchef von Real Madrid, der mit den "Königlichen" die Champions League und die spanische Meisterschaft gewonnen hat, erhielt schließlich mit 607 Zählern zwei Punkte mehr als Mayer und zwölf mehr als Strolz - bei sieben Punkten für den Erstgenannten der Abstimmung hat also jede Stimme gezählt.

Die 31-jährige Freestyle-Olympiasiegerin - in Peking wie vier Jahre davor in Pyeongchang - Gasser setzte sich mit 1.084 Punkten vor Skisprung-Gesamtweltcupsiegerin Sara Marita Kramer (470) und Tischtennis-Doppel-Europameisterin Sofia Polcanova (401) durch. Gasser folgt auf Rad-Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer, Alaba auf Ski-Alpinsportler Vincent Kriechmayr.

"Es gibt so viele, die es sich auch verdient hätten", dachte Gasser in der Stunde des Triumphes auch an erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler ohne NIKI. "Ich muss an meine Snowboard-Kollegen denken, die auch beide eine Goldmedaille gewonnen haben (Benjamin Karl, Alessandro Hämmerle, Anm.) und an so viele andere Sportler auch." Und Gasser würdigte auch ihre direkte Konkurrenz: "Wäre Sara bei Olympia gewesen und hätte gewonnen, hätte sie das heimgenommen. Auch Sofia in einer Sportart, die nicht oft in den Medien ist. Es hat sich wirklich jeder verdient."

Im Gegensatz zu Gasser waren die anderen Prämierten der Hauptkategorien nicht unter den 1.200 Gästen der Lotterien Sporthilfe-Gala in der Wiener Stadthalle, sondern jeweils zeitgleich in der Champions League engagiert - Alaba mit Real Madrid und die Salzburger daheim beim 1:0-Sieg gegen Dinamo Zagreb. Die Truppe von Coach Matthias Jaissle gewann die Wahl mit 691 Zählern vor dem Fußball-Frauen-Nationalteam (562) und den Skisprung-Olympiasiegern (534). Für die Salzburger war es der insgesamt sechste Triumph, der fünfte in der Red-Bull-Ära sowie en suite.

Zum insgesamt 14. Mal ging die Trophäe an ein Fußball-Team. Die "Bullen" gewannen 2022 wie in den drei Jahren zuvor Meisterschaft und Cup und spielten im Februar dieses Jahres als erster heimischer Club im Champions-League-Achtelfinale. "Das ist eine große Auszeichnung für uns, wir freuen uns wirklich sehr, denn der Preis ist nicht selbstverständlich", erklärte Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer. "Es gibt viele Teams in Österreich, die im Vorjahr gute Leistungen erbracht haben. Deswegen hat der Niki einen sehr hohen Stellenwert bei uns.

Strolz erhielt trotz Platz drei bei den Männern doch auch einen NIKI, und zwar als "Aufsteiger des Jahres". Dabei erhielt der Vorarlberger in einer Online-Wahl 41,47 Prozent, Golfer Sepp Straka kam auf 30,53 und Tennisspieler Filip Misolic auf 28 Prozent. "30 Jahre ist natürlich ein schönes Alter für einen Aufsteiger", meinte Strolz lachend, kometenhafter Aufsteiger des vergangenen Winters. "Eine Buchanfrage kam bereits herein über meinen Karriereweg."

Sportler und Sportlerin des Jahres mit Behinderung wurden die Ski-Alpin-Geschwister Veronika und Johannes Aigner, beide bei den Paralympics in Peking äußerst erfolgreich. Special Olympics Sportler und Sportlerin des Jahres dürfen sich Dressurreiterin Cecily Hoyos und Tennisspieler Jürgen Rojko nennen.

Zur Trainerpersönlichkeit des Jahres wurde Irene Fuhrmann gekürt. "Es ist eine sehr große Ehre, dass ich diesen Preis stellvertretend für ein großartiges Team entgegennehmen darf", meinte die Teamchefin des Frauen-Fußball-Nationalteams, ehe sie von ihren Spielerinnen am Vorabend des WM-Qualifikationsspiels in Glasgow gegen Schottland frenetisch gefeiert wurde.

Erstmals nach sieben Jahren wurde auch wieder ein "Special Award" vergeben, er war schon im Vorfeld der Gala von Bundespräsident Alexander van der Bellen an Arnold Schwarzenegger überreicht worden.