Update am 19. Januar 2019, 21:25

von APA Red

Rund 200 Teilnehmer bei Demo gegen Akademikerball. Rund 200 Personen haben laut Schätzungen der Polizei am Samstagabend in der Grazer Innenstadt gegen den Akademikerball demonstriert. Zum Protest hatte die "Offensive gegen Rechts Steiermark" (OGR) aufgerufen. Der Protest verlief laut Exekutive ruhig und ohne Zwischenfälle, die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Protestkundgebung gegen den Akademikerball in Graz  |  APA

Der Grazer Akademikerball ist eine Veranstaltung der Grazer Studentenverbindungen und wird vom Grazer Korporationsring GKR veranstaltet. Die Protestkundgebung gegen den Ball nahm um 18.00 Uhr unter dem Motto "Burschis raus! Aus der Regierung und dem Grazer Kongress" mit einer Versammlung am Südtirolerplatz ihren Ausgang.

Der Demonstrationszug führte über die Tegetthoffbrücke zum Andreas-Hofer-Platz, Jakominiplatz und durch die Herrengasse bis zum Hauptplatz. Dort fand gegen 19.00 Uhr die offizielle Schlusskundgebung statt. Die Veranstaltung hat sich nach Ende der Kundgebung rasch aufgelöst.

Für kurze Irritation sorgte ein unerwarteter, kurzer Gesangsauftritt der "Burschenschaft Thyrannia zu Graz" gegen Ende der Kundgebung. Dabei dürfte es sich laut Maja Höggerl, Landesvorsitzende der Sozialistischen Jugend Steiermark und Sprecherin der "Offensive Gegen Rechts Steiermark", um eine steirische Gruppe gehandelt haben, die die Rituale von Burschenschaften satirisch aufgreift.

Die Polizei zählte bei der Schlusskundgebung rund 170 Teilnehmer, die "Offensive gegen Rechts Steiermark" sprach von 350 Demonstrierenden. Um Konfrontationen zwischen den Ballbesuchern und den Demonstranten zu verhindern, wurde - wie auch schon in den Jahren davor - bereits für Samstagnachmittag und -abend ein Platzverbot rund um den Veranstaltungsort Grazer Congress verhängt. Innerhalb dieser Zone durften sich nur die Ballbesucher, Bewohner und Anrainer, die Exekutive, Rettung und Feuerwehr sowie Casinogäste aufhalten.

Die steirische Exekutive wurde von Einsatzeinheiten und Spezialkräften aus Kärnten, dem Burgenland, Salzburg, Oberösterreich und Wien unterstützt. Auch ein mit Infrarotsuchgerät (FLIR) ausgerüsteter Polizeihubschrauber war im Einsatz. Das Platzverbot war gegen 20.00 Uhr noch aufrecht.