Wasserstand des Bodensees neuerlich gestiegen. Der Pegel des Bodensees ist neuerlich gestiegen und hat Freitagfrüh einen Stand von 472 Zentimetern erreicht. Das ist so hoch, wie es nur alle zwei bis drei Jahre vorkommt. Die Stadt Bregenz beobachte die Entwicklung genau und habe vorsorglich ihre Hochwasserpumpen am Bregenzer Seeufer eingebaut, hieß es. Zudem wurden große Mengen Treibholz angeschwemmt, die nun abgefischt werden.

Von APA Red. Erstellt am 14. Juni 2019 (11:34)
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Große Mengen Treibholz wurden angeschwemmt

"Wir beobachten die Situation mit Argusaugen", so Stadt-Pressesprecher Thomas Baumann. Der Wasserstand der Bregenzerach sei derzeit ungefährlich, auch die Abflussmenge des Rheins ging deutlich zurück. Allerdings könne sich das jederzeit wieder ändern. "Es liegt noch viel Schnee in den Bergen. Wenn der als Schmelzwasser gemächlich über Wochen in den See gelangt, ist das kein Problem. Anders sieht es aus, wenn etwa eine Hitzewelle viel Schmelzwasser auf einmal bringt", erklärte Baumann.

Daher habe man die nach dem 60-jährlichen Hochwasser 1999 angeschafften vier Flügelpumpen vorsorglich installiert. Im Anlassfall wäre nämlich nicht der Seewasserstand das Problem, sondern das steigende Grundwasser, das über die Kanalisation die Innenstadt unter Wasser setzen würde, so der Pressesprecher. Die Pumpen entwässern im Bedarfsfall die Innenstadt und den Stadtteil Vorkloster. Die Stadt hatte nach 1999 ein Schutzkonzept mit Dammbauten, mobilen Schutzwällen und Pumpwerken entwickelt, das Bregenz bis zu einem alle 100 Jahre vorkommenden Hochwasser schützen soll.

Die vergangenen Tage haben Bregenz zudem einen "Holzteppich" am See beschert, da sehr viel Treibholz angeschwemmt wurde. Neben der unschönen Optik könne das Schwemmholz die Schifffahrt behindern und Beschädigungen verursachen. Der Bauhof habe darum damit begonnen, das Schwemmgut abzufischen. "Wir haben soviel Treibholz wie schon viele Jahre lang nicht mehr", sagte der Pressesprecher. Man überlege, wie sich das Holz verwerten lasse. Die Stadt forderte die Bürger auf, Holz zur selbstständigen Aufarbeitung beim Kloster Mehrerau abzuholen bzw. direkt vom Ufer selbst mitzunehmen. "Wir hoffen auf viele Hobby-Holzer und Privatverbraucher", so Baumann.