Dramatische Rettungsaktionen in US-Flutgebieten

Erstellt am 01. September 2017 | 07:37
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HIlfe oft nur aus der Luft möglich
HIlfe oft nur aus der Luft möglich
Foto: APA/dpa/ag.
Auch knapp eine Woche nach Beginn der Überschwemmungskatastrophe von Texas sind die Einsatzkräfte im Dauereinsatz.

Militärhubschrauber halfen bei der Evakuierung eines Krankenhauses in der überfluteten Stadt Beaumont. Mehrere Patienten waren angesichts des ansteigenden Wassers bereits auf das Dach des Krankenhauses geflohen und wurden gerettet.

Insgesamt sind tausende Helfer weiter mit der Bergung von Menschen beschäftigt, darunter in der Stadt Orange an der Grenze zu Louisiana. Dort gilt eine Evakuierungsanordnung, der manche Bewohner jedoch nicht Folge leisteten. "Wir dachten, es wäre okay, aber wir haben uns geirrt", sagte Lonnie Givens, der schließlich mit seiner Frau Missy in einem überschwemmten Haus ohne Strom zurückblieb. Das Ehepaar brachte sich auf seinem Pickup-Wagen in Sicherheit.

Polizisten und Feuerwehrleute gingen in den Überschwemmungsgebieten von Texas und Louisiana von Tür zu Tür, um nachzusehen, ob Bewohner vergessen wurden. Vielerorts mussten Menschen tagelang ohne Vorräte in oder auf ihren Häusern ausharren. Die Rettungskräfte rechneten damit, weitere Todesopfer zu finden. Bis zum Donnerstag wurden mindestens 38 Tote im Zusammenhang mit "Harvey" gezählt.

"Wir sind noch immer im Antwortmodus, und das bedeutet Lebensrettung", sagte der Nationale Sicherheitsberater Tom Bossert in Washington. "Es gibt noch immer Menschen, die hüfthoch im Wasser stehen." Nach Schätzungen dürften rund 100.000 Haushalte von "Harvey" betroffen sein, sagte Bossert. Viele von ihnen seien gar nicht oder unzureichend versichert.

Präsident Donald Trump will eine Million Dollar (850.000 Euro) aus seinem Privatvermögen für Hilfen nach dem Sturm "Harvey" spenden. Der Präsident wolle den Menschen in den schwer getroffenen Bundesstaaten Texas und Louisiana helfen, sagte seiner Sprecherin Sarah Sanders. Am Samstag will Trump die Katastrophenregion zum zweiten Mal besuchen.

Das Weiße Haus kündigte zudem an, den Kongress um einen Notfallfonds für den Wiederaufbau in den beiden Bundesstaaten zu bitten. Die wirtschaftlichen Schäden in der wichtigen Industrieregion um Houston dürften eine dreistellige Milliardensumme erreichen.

Während in ländlichen Gebieten von Texas und an der Golfküste die Lage weiter angespannt war, ging das Hochwasser in Houston und anderen Orten zurück und brachte Chaos und Zerstörung zum Vorschein. Bewohner begannen mit den Aufräumarbeiten.