Konsumenten am meisten über Mogelpackungen verärgert. Mogelpackungen, irreführende Preise, versteckter Zucker und falsche Inhaltsstoffe - die Österreicher haben es nicht gerne, wenn sie beim Einkauf "gepflanzt" werden. 5.300 Leser des Verbraucherschutzmagazins "Konsument" haben die dreistesten Schmähs der Hersteller gewählt, die Konsumenten in die Irre führen. Am häufigsten wurden Tricksereien an der Verpackung kritisiert.

Von APA, Redaktion. Update am 27. Februar 2020 (09:56)
Die Österreicher werden beim Einkaufen nicht gerne "gepflanzt"
APA (dpa/Achiv)

Die Verbraucher konnten das ganze Jahr über Beanstandungen melden. 2019 waren es 450 Beschwerden. Aus diesen wurden 13 Produkte für den unehrenhaften Preis, die "Konsum-Ente", ausgewählt. Mogelpackungen gaben 2019 am meisten Anlass zur Kritik.

So war es auch bei "Kelly's" Chips. Früher enthielt die Packung 175 Gramm Rohscheiben um 1,99 Euro. Jetzt sind für den gleichen Kaufpreis nur noch 150 Gramm zu bekommen. Laut "Konsument" ist das mit freiem Auge kaum ersichtlich, nur im Vergleich kann der Kunde erkennen, dass die Packung schmäler geworden ist. Der Hersteller erklärt den Preisanstieg mit Ernteausfällen bei Erdäpfeln, deshalb hat es das Produkt bei der Wahl auf Platz 1 des Rankings geschafft.

Auf Platz zwei landete das Kürbiskern-Pesto von "Brunch". In dem Produkt ist viel enthalten: Magermilchjoghurt, Palmöl, Kokosfett, Basilikum, Paprika, Melanzani, Zucchini, Speisesalz und Milcheiweiß. Erst an zehnter Stelle folgt jener Inhalt, der dem Produkt eigentlich den Namen gegeben hat: die Kürbiskerne. Diese machen gerade einmal ein Prozent Anteil aus.

Aufs Bronze-Stockerl schaffte es das Bio-Urkorn-Knuspermüsli Amaranth-Mandel von "Spar Natur pur", das zu großen Teilen aus Zucker bestehe - um genau zu sein, sind es 14 von 100 Gramm. Auch der eher große Verpackungskarton wäre überhaupt nicht notwendig, weil das Müsli darin laut "Konsument" gar nicht so viel Platz benötigt. Verbraucher würden sich angesichts dieser Dimension mehr erwarten, so das Magazin. 

Verärgert waren Konsumenten auch oft über die Inhaltsstoffe so mancher Erzeugnisse. Auf der Verpackung der Kokoskuppeln der Firma "Blaschke" etwa steht "Original, seit 1921". Aber das darin enthaltene Palmöl, der Glukosesirup und die Aromen gab es damals noch gar nicht. Der Dinkel-Toast von "Ölz" versteckte in seiner Zutatenliste den Weizensauerteig unter dem Kleingedruckten. Für Allergiker kann das gefährlich werden.

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