21-Jähriger als Brandstifter verurteilt. Ein 21 Jahre alter Kärntner ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt wegen Brandstiftung, schwerer Sachbeschädigung, Suchtgifthandels und Vergehen nach dem Waffengesetz zu 24 Monaten Haft, acht davon unbedingt, verurteilt worden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 22. Mai 2019 (13:30)
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Der junge Mann wurde zu 24 Monaten Haft verurteilt

Der junge Mann hatte Anfang des Jahres unter Drogeneinfluss, wie er betonte, mehrere kleinere Brände in Klagenfurt gelegt. In einer Jännernacht zündete er mit einer brennenden Küchenrolle eine Mülltonne in einer Mehrparteiensiedlung an. Wie durch Zufall kam er zurück, nachdem der Brand entdeckt worden war, und half bei den Löscharbeiten. Danach war er wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung kurz im Krankenhaus.

Zurück in der Siedlung zündete er eine weitere Mülltonne auf die gleiche Weise an. In der Zeit danach legte er noch weitere Brände auf Nachbargrundstücken, einer davon hätte für eine alte Frau und deren Pflegerin schlimm ausgehen können, sagte Staatsanwältin Sandra Agnoli. Nur durch einen glücklichen Zufall fing durch eine angezündete Plane auf einem Holzstapel nicht das Wohnhaus Feuer. Es hätte den einzigen Fluchtweg versperrt.

Er habe Streit mit seiner Mutter gehabt, weil sie wollte, dass er sich Arbeit sucht, und sei außerdem unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden, sagte der Angeklagte. Warum er deshalb ausgerechnete Feuer legen musste, versuchte Agnoli zu erfragen. Eine logische Antwort bekam sie von dem jungen Mann, der laut Psychiater emotional instabil ist und an einem Asperger-Syndrom leidet, nicht. "Es war eine Dummheit", meinte dieser nach längerem Hin und Her. Bei den Bränden entstand ein 30.000 Euro übersteigender Schaden, für den die Mutter des Buschen geradestehen will. Einen Teil hat sie bereits bezahlt.

Weitere Taten wurden dem 21-Jährigen zur Last gelegt: Er hat über längere Zeit Cannabis angebaut und dafür auch einen Keller in Klagenfurt gemietet, wo er eine Zucht aufzog. Das Suchtgift verkaufte er großteils - immerhin rund 1,5 Kilogramm wurden ihm nachgewiesen, konsumierte aber auch selbst. Auch in seinem Zimmer in der mütterlichen Wohnung fanden die Polizisten Cannabis, und - trotz bestehenden Waffenverbots - auch Waffen, von Feuerwaffen samt Munition bis zu einem Samuraischwert.

Nach ausführlicher Beratung entschied der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Matthias Polak, dass eine teilbedingte Strafe für den 21-Jährigen angebracht sei. Der Strafrahmen lag bei ein bis zehn Jahren. "Es überwiegen die Milderungsgründe erheblich", meinte der Richter - besonders weil es bei der Brandstiftung beim Versuch geblieben sei. Der gelegte Brand bei dem Holzstapel war ja von selbst ausgegangen. Darüber hinaus ordnete das Gericht Bewährungshilfe und Psychotherapie an. Staatsanwältin wie Verteidiger erklärten Rechtsmittelverzicht. Das Urteil ist damit rechtskräftig.