Mehrere Tote nach Verkündung von Wahlergebnissen. Bei Unruhen nach der Präsidentenwahl in der Demokratischen Republik Kongo sind mindestens vier Menschen getötet worden. Zwei Polizisten und zwei Zivilisten seien bei der Niederschlagung einer Protestaktion in einer der Hochburgen des unterlegenen Kandidaten Martin Fayulu getötet worden, berichtete die Polizei am Donnerstag. Offizieller Wahlsieger ist der Oppositionskandidat Felix Tshisekedi.

Von APA Red. Erstellt am 10. Januar 2019 (15:09)
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Felix Tshisekedi ist offizieller Wahlsieger

Bei dem Zwischenfall in der im Westen gelegenen Stadt Kikwit seien zudem zehn Menschen verletzt worden, erklärte der Polizeichef der Region, Dieudonne Mutepeke. Auch bei Protesten von Fayulus Anhängern in Kisangani im Zentrum des Landes kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die sich mit Tränengas und Warnschüssen wehrte.

Die nationale Wahlkommission CENI erklärte den Oppositionskandidaten Felix Tshisekedi zum vorläufigen Gewinner der Präsidentenwahl. Fayulu, sein Hauptwidersacher auf Seiten der Opposition sprach von einem "Putsch". Tshisekedi habe 38,57 Prozent der Stimmen erhalten, erklärte Kommissionschef Corneille Nangaa. Fayulu erhielt demnach 34,8 Prozent. Der vom langjährigen Amtsinhaber Joseph Kabila auserkorene Nachfolger, Ex-Innenminister, Emmanuel Ramazani Shadary, kam nur auf 23,8 Prozent.

Tshisekedis Sieg wurde in der Zentrale seiner Partei Union für Demokratie und Sozialen Fortschritt (UDPS), der ältesten und größten Oppositionspartei des Landes, bejubelt. Der 55-jährige Politiker, dessen Vater Etienne Tshisekedi die UDPS gründete, kündigte eine enge Zusammenarbeit mit Kabila an, den er als "Partner im demokratischen Wandel" bezeichnet.

Fayulu dagegen verurteilte die "Putschwahl". Die veröffentlichten Resultate hätten "nichts mit der Wahrheit der Urnen zu tun". "Das ist unfassbar", sagte er dem Rundfunksender Radio France Internationale. "Sie haben dem kongolesischen Volk den Sieg gestohlen und das Volk wird das niemals akzeptieren."

Das amtliche Endergebnis wird am 15. Jänner erwartet, drei Tage später soll der neue Staatschef vereidigt werden. Auch die Ergebnisse der Parlamentswahl stehen noch aus. 39 Millionen Bürger waren bei dem Urnengang am 30. Dezember zur Stimmabgabe aufgerufen.