Erstellt am 19. Januar 2019, 20:30

von APA Red

UNHCR berichtet von Schiffbruch mit 53 toten Migranten. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hat am Samstag von einem weiteren Schiffbruch mit 53 Toten im westlichen Mittelmeer berichtet. Eine Person überlebte und wurde nach 24 Stunden im Wasser von einem Fischerboot gerettet. Der Überlebende wurde in Marokko medizinisch behandelt, berichtete das Flüchtlingshochkommissariat.

UNHCR fordert, weitere Tragödien zu verhindern  |  APA (AFP)

Der Schiffbruch habe sich in den vergangenen Tagen ereignet, berichtete das UNHCR, das sich auf Quellen von NGOs bezog. In den vergangenen Tagen hatten marokkanische und spanische Schiffe nach Vermissten versucht, aber ohne Ergebnis. "Man darf nicht erlauben, dass sich weiterhin Tragödien dieser Art im Mittelmeer ereignen", so das UNHCR.

Am Freitagnachmittag war vor der libyschen Küste wieder ein Boot mit Flüchtlingen gekentert. Laut Überlebenden befanden sich darauf mehr als 120 Personen. 117 Menschen, darunter zehn Frauen und zwei Kinder werden vermisst, berichtete die Internationale Organisation für Migration. Die IOM bezog sich auf Aussagen von drei Überlebenden. Drei Leichen wurden bisher geborgen.

Bei den Überlebenden handelt es sich um zwei Sudanesen und um einen Gambier, die schwer unterkühlt gerettet werden konnten. Nach einer Seefahrt von elf Stunden sei das Schlauchboot gekentert. Die Menschen seien ins Meer gefallen und ertrunken, hieß es.

Die Überlebenden konnten sich Eigenangaben zufolge circa drei Stunden lang über Wasser halten, sie seien schwer geschockt, aber in guter physischer Fassung, berichtete IOM. Die Flüchtlinge an Bord stammten vor allem aus Nigeria, Kamerun, Gambia, Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) und aus dem Sudan.

Ein Flugzeug der italienischen Marine hatte das Schlauchboot 50 Kilometer nördlich der Küste Tripolis' in Seenot gesichtet. Den Migranten wurden Rettungsfloße zugeworfen. Als einige Zeit später ein Hubschrauber des italienischen Militärschiffes "Duilio" die Migranten erreichte, konnten lediglich drei Personen gerettet werden. Das Schlauchboot wurde nicht gefunden.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch barg indes erneut Migranten auf dem Mittelmeer. 47 Menschen seien nach einem Notruf von einem Schlauchboot an Bord der "Sea-Watch-3" genommen worden, erklärte die Berliner Organisation am Samstag auf Twitter.

Erst über den Jahreswechsel war das Schiff mit Migranten an Bord wochenlang auf dem Meer blockiert gewesen. Nach langem Hin und Her durften die Flüchtlinge in Malta an Land, wo sie dann auf andere Länder verteilt werden sollten.

Wohin die "Sea-Watch 3" jetzt fahren kann, ist unklar. Es seien alle "relevanten Stellen" kontaktiert worden, erklärte Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer. Es gebe aber noch keine Anweisungen. Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini erklärte allerdings umgehend, nach Italien dürften sie nicht. Die NGO sollte die Migranten besser nach Berlin oder Hamburg bringen.