Lunacek von Pilz enttäuscht

Erstellt am 30. Juni 2017 | 16:11
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Lunacek "sehr irritiert" über Plan von Pilz für eigene Liste
Lunacek "sehr irritiert" über Plan von Pilz für eigene Liste
Foto: APA
Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek ist von Peter Pilz und dessen Plan einer eigenen Liste bei der Nationalratswahl enttäuscht.

Im Ö3-Interview kritisiert sie sein Abrücken von der versprochenen Unterstützung für Lunacek. Grünen-Klubchef Albert Steinhauser hat am Freitag klargestellt, dass Pilz aus dem grünen Parlamentsklub fliegen würde, sollte er mit seiner eigenen Liste Ernst machen. 

Sie sei "schon sehr irritiert" gewesen, als am Mittwoch klar wurde, dass Pilz seine eigene Liste machen wolle, erkläre sie am Sonntag laut Vorab-Aussendung in der Reihe "Frühstück bei mir". Sie habe ihn angerufen und gefragt, ob sie sich auf das von ihm gesagte - "Ich wähle natürlich die Ulrike" - verlassen könne. Seine Antwort laut Lunacek: "Nein, ich hab jetzt eine zweite Option." Beides werde wohl nicht gehen, so die Grüne: "Dann wird er sich wohl selbst wählen. Das finde ich enttäuschend."

Angesichts der Vorgänge der letzten Tage "gehe ich nun davon aus, dass er seine eigene Liste macht", so Steinhauser. Grundsätzlich gebe es die klare Vereinbarung, bis Mitte Juli den Eurofighter-U-Ausschuss fertig zu machen. Danach soll es einen Gesprächstermin geben.

Lautet Pilz' Entscheidung dann, dass er mit einer eigenen Liste bei der Nationalratswahl am 15. Oktober antritt, "wird er die Fraktion verlassen", erklärte Steinhauser: "Das heißt, dass er in den letzten Nationalratssitzungen vor dem Urnengang als wilder Abgeordneter im Parlament sitzt. Dann kann er seinem Plan nachgehen - und seine Ein-Mann-Show machen und wir wären politische Konkurrenten."

Der Kabarettist Roland Düringer hat Pilz indessen einen Platz in seiner Bewegung "G!LT" angeboten, jedoch keinen im Nationalrat. Düringer schlägt Pilz in einem am Donnerstag via Social Media veröffentlichten Video mit unbestimmtem Ernsthaftigkeitsgrad vor, sich an seiner Bewegung zu beteiligen. "Was halt nicht geht, ist ein Kandidieren für uns", folgt gleich darauf die kalte Dusche: "Einen Nationalratssitz gibt es für dich nicht im Speziellen, du bist ja Berufspolitiker und wir nehmen keine Berufspolitiker, wir nehmen nur die Leute von der Straße."

Keine Angst hat laut eigener Aussage NEOS-Chef Matthias Strolz vor einer Liste Pilz. "Wir verfolgen das mit großem Interesse, weil er das Spiel ein Stück weiter verändern könnte", meinte er am Freitag am Rande einer Pressekonferenz. "Konkurrenz belebt das Geschäft", ist sich Strolz zudem sicher. Respekt hat er vor Pilz' "Lebensleistung in Sachen Aufklärung" - auch wenn es ebenso "durchwachsene Erlebnisse" mit dem Grünen-Mandatar gegeben habe.