Frau tot aufgefunden: Gewaltverbrechen vermutet

Wie Mittwochabend bekannt wurde, ist in Deutsch-Brodersdorf in der Marktgemeinde Seibersdorf (Bezirk Baden) am späten Mittwochnachmittag eine Frau tot aufgefunden worden. Es werde ein Gewaltverbrechen vermutet, sagte Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner. Tatverdächtiger ist Polizeibeamter.

Erstellt am 21. Oktober 2021 | 00:58

Das Landeskriminalamt Niederösterreich hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Tatverdächtige ist Polizeibeamter. Nach ihm wurde in den Abendstunden gefahndet. 

Beim Opfer soll es sich um die Lebensgefährtin des Mannes handeln. Die 42-Jährige dürfte erdrosselt oder erwürgt worden sein. Nähere Aufschlüsse darüber werde eine gerichtsmedizinische Untersuchung bringen, sagte Schwaigerlehner.

Medien berichteten, dass es sich beim Verdächtigen um einen Beamten des Landeskriminalamtes Wien handeln soll. Die Polizei hat das vorerst nicht bestätigt. Der leere Wagen des Mannes soll jedenfalls bereits gefunden worden sein.

Es wäre der 22. Frauenmord in diesem Jahr

Die mutmaßliche Tötung einer Frau im Bezirk Baden wäre der 22. Frauenmord in diesem Jahr. Erst im September waren zwei Somalierinnen von einem Landsmann in Wien getötet worden. Österreich liegt bei Gewaltverbrechen an Frauen im europäischen Spitzenfeld. In der EU waren 2019 mehr als ein Drittel der Mordopfer Frauen. In Österreich lag der Anteil bei mehr als 50 Prozent und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt, wie aus Daten der Statistikbehörde Eurostat hervorgeht.

Nur Zypern (67 Prozent), Lettland (63) und Malta (60) verzeichneten demnach einen noch höheren Wert, in Schweden und Estland lag er indes bei 23 Prozent. Die österreichische Bundesregierung hatte im Mai nach einer Serie an Frauenmorden ein Maßnahmenpaket gegen die Gewalt in der Privatsphäre geschnürt. So soll künftig der Datenaustausch zwischen den einzelnen Einrichtungen verbessert, die Fallkonferenzen verstärkt und die Tatmotive besser durchleuchtet werden. Zudem soll jede Polizeiinspektion in ganz Österreich über speziell ausgebildete Präventionsbeamte verfügen.