Tourismus verbucht Rekordeinnahmen. Die Rekordzahlen bei Gästeankünften und Nächtigungen im heurigen Sommerhalbjahr haben den österreichischen Tourismusbetrieben auch einen Einnahmenrekord beschert: Die Umsätze stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent auf 13,98 Mrd. Euro, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) in einer am Mittwoch veröffentlichten Schnellschätzung schreibt.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 04. Dezember 2019 (13:38)
Die Höchstwerte aus dem Jahr 2018 wurden übertroffen
APA (Symbolbild)

Um die Inflation bereinigt betrug der Zuwachs immerhin 1,7 Prozent - damit übertrafen die Tourismuseinnahmen sowohl nominell als auch preisbereinigt die bisherigen Höchstwerte des Sommers 2018. Von Mai bis Oktober war die Anzahl der Gästeankünfte heuer mit 25,6 Millionen um 3,5 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, die Übernachtungen nahmen um 2,8 Prozent auf 78,8 Millionen zu.

In den einzelnen Bundesländern entwickelten sich die Tourismusumsätze von Mai bis Oktober 2019 recht unterschiedlich: Am kräftigsten expandierten die Einnahmen im Sog des anhaltenden Städtetourismusbooms in Europa mit +6,4 Prozent in Wien. Ebenfalls weit überdurchschnittlich fiel das Umsatzwachstum in Ober- und Niederösterreich aus (+5,7 Prozent bzw. +4,5 Prozent), während die Steigerungsraten im Burgenland (+3,3 Prozent) und in Salzburg (+3,2 Prozent) den Österreich-Durchschnittswert nur knapp überstiegen. Hingegen verzeichneten Vorarlberg (+2,5 Prozent), die Steiermark (+2,2 Prozent) und Tirol (+1,9 Prozent) mit nominell unterdurchschnittlichen Ergebnissen auf preisbereinigter Basis nur schwache Umsatzzuwächse.

Kärnten gelang es, mit kräftigen Nächtigungszuwächsen von 11,8 Prozent im Oktober die Einbußen in den Hauptsaisonmonaten Juli und August (-1,5 Prozent und -1,0 Prozent) und die bis dahin stagnierenden Einnahmen (Mai bis September nur +0,1 Prozent) in ein leichtes nominelles Umsatzplus von 0,6 Prozent zu verwandeln. Preisbereinigt machten die Kärntner Touristiker heuer weniger Umsatz als 2018.

Österreichs Tourismuswirtschaft wächst weiter, wird aber heuer und 2020 nicht an das Rekordwachstum anschließen können, prognostiziert die UniCredit Bank Austria indes in ihrem aktuellen Branchenbericht. Demnach werden die Einnahmen im Kalenderjahr 2019 real nur um 1 bis 2 Prozent auf 28,1 Mrd. Euro wachsen.

"Das Branchenwachstum 2019 und voraussichtlich auf 2020 ist vor allem der hohen Konkurrenzfähigkeit des gesamten Tourismussektors in Österreich geschuldet", sagte Bank-Austria-Ökonom Günter Wolf laut Mitteilung. "Denn das langsamere Wirtschaftswachstum in den wichtigsten Herkunftsländern bremst auch den heimischen Tourismus."

Ein Rückgang der Tourismuseinnahmen im Jahr 2020 sei zwar unwahrscheinlich, sagen die Experten der Bank Austria - da aber auch mit einer Verlangsamung der Nachfrage von Besuchern aus Österreich zu erwarten sei, bleibe das Wachstum der Tourismuseinnahmen 2020 voraussichtlich unter dem Durchschnittsniveau der letzten zwanzig Jahre von jährlich 0,9 Prozent real.