Offenbar Suizid-Versuch von Ex-FPÖ-Abgeordnetem Jenewein

Aktualisiert am 07. August 2022 | 17:24
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Hans-Jörg Jenewein trat erst vorige Woche aus der FPÖ aus
Hans-Jörg Jenewein trat erst vorige Woche aus der FPÖ aus
Foto: APA
Der erst vorige Woche aus der FPÖ ausgetretene frühere Abgeordnete Hans-Jörg Jenewein hat offenbar einen Suizidversuch unternommen. Das berichteten "Krone" und "Kurier" am Sonntagnachmittag. Er soll in einem Spital behandelt werden. Der APA wurde bestätigt, dass er in den frühen Morgenstunden in seinem Haus im Bezirk St. Pölten Land regungslos aufgefunden wurde.

Nach Angaben des "Kurier" hat seine Frau die Rettungskräfte in der vergangnen Nacht alarmiert, nachdem sie Jenewein bewusstlos auf der Couch in seinem Haus in Niederösterreich gefunden hatte. Er soll nun in einem Spital behandelt werden. Meldungen, wonach er im Koma liege, wurden von seiner Schwester, der FPÖ-Abgordneten Dagmar Belakowitsch, dementiert: "Er liegt auch Gott sei Dank nicht im Koma", stellte sie in einer Aussendung fest. Der Wiener Gesundheitsverbund dementierte indes, dass sich Jenewein in einem seiner Krankenhäuser befinde.

Auch Meldungen über einen angeblichen Abschiedsbrief Jeneweins dementierte seine Schwester: "Laut eigener Auskunft meines Bruders gibt es keinen Abschiedsbrief, in dem er seine Verzweiflungstat angekündigt oder erklärt hat", stellte Belakowitsch klar. Die "Krone" hatte zuvor berichtet, Jenewein habe in einem Abschiedsbrief geschrieben, dass er von seinem Parteichef Herbert Kickl, der ihn fallen gelassen habe, "tief enttäuscht" sei.

Belakowitsch forderte in der Aussendung auch die Medien auf, jetzt ein Mindestmaß an Anstand und Zurückhaltung im Sinne der gesamten Familie zu zeigen. Sie kritisierte, dass nicht nur Persönlichkeitsrechte außer Kraft gesetzt, sondern darüber hinaus ungeheuerliche Falschnachrichten verbreitet würden. Belakowitsch sprach von einer "medialen Hetze", die "widerlich und rücksichtslos gegenüber der gesamten Familie, ganz besonders gegenüber der Ehefrau und den minderjährigen Kindern" sei. Nur um der FPÖ und Parteiobmann Herbert Kickl zu schaden, würden auf dem Rücken der Familie "Persönlichkeitsrechte massiv verletzt", kritisierte Belakowitsch.

Auf Jeneweins Handy war ein Anzeigenentwurf wegen Missbrauchs von Fördermitteln gegen die frühere und jetzige Führung der Wiener FPÖ-Landespartei gefunden worden. Beamte des Bundeskriminalamtes stellten fest, "dass es lebensfremd ist, dass Jenewein die Anzeige nicht selbst verfasst hat". In der vergangen Woche trat Jenewein aus der Partei aus. Die Partei hat auch dienstrechtliche Konsequenzen gezogen.