IOC-Präsident kündigt schnelle Terminfindung an. Bei der Suche nach einem neuen Termin für die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele von Tokio will das IOC schnell in die Abstimmung mit allen 33 internationalen Sportfachverbänden gehen. Schon am Donnerstag könnte es dazu eine gemeinsame Telefonkonferenz geben, kündigte Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), am Mittwoch an.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 25. März 2020 (12:13)
Bach bat die Athleten um Verständnis
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"Das ist der erste Schritt. Dann müssen wir schauen, welche Optionen wir haben", sagte der 66-Jährige. Die Sommerspiele in Tokio waren am Dienstag in einem gemeinsamen Beschluss der japanischen Gastgeber und des IOC wegen der Coronavirus-Pandemie auf das nächste Jahr verschoben worden. Sie sollen spätestens im Sommer 2021 nachgeholt werden.

Dafür müsse aber auch der weitere Sportkalender rund um die Olympischen Spiele betrachtet werden. "Wir sollten zu einer Lösung sobald wie möglich kommen", sagte Bach. Die Wahl des Termins müsse aber wohlüberlegt sein.

Für alle Fragen rund um die Verlegung sei eine Notfall-Arbeitsgruppe mit dem Namen "Here we go" (Los geht's) gegründet worden. "Das ist ein großes Puzzle, jedes Teil muss passen. Wenn man ein Teil rausnimmt, ist das ganze Puzzle zerstört. Deshalb beneide ich die Mitglieder dieser Task Force nicht", sagte Bach.

Zuvor hatte Bach die Athleten um Verständnis für mögliche Einschnitte bei der Neuorganisation der verlegten Sommerspiele gebeten. "Ich kann keine idealen Lösungen versprechen, aber ich kann versprechen, dass wir die bestmöglichen Spiele haben werden", sagte Bach in einer an die Athleten gerichteten Video-Botschaft.

"Gebt uns Zeit, all diese Fragen zu prüfen, um dieses Puzzle zusammenzusetzen", so Bach. Er verwies darauf, dass Sommerspiele "das komplexeste Ereignis auf diesem Planeten" seien. Es gebe für eine Verschiebung Olympischer Spiele bisher "keine Blaupause". Daher sei es für die Olympia-Macher eine "extreme Herausforderung".

Bach bat die olympischen Athleten um Mithilfe. "Gebt uns allen Input und alle Informationen, die wir brauchen, um all dies möglich zu machen", sagte der deutsche Fecht-Olympiasieger von 1976. Die Sportler sollten flexibel und vereint sein, so Bach. Die Tokio-Spiele 2021 könnten dann "ein Fest der Menschheit nach dem Überstehen dieser beispiellosen Coronavirus-Krise sein, eine wahre Feier unserer aller Zielstrebigkeit, ein echter Beweis des olympischen Geistes, der uns alle vereint", sagte Bach.

Möglicherweise müssen die Athleten bei den verlegten Sommerspielen etwa auf ein olympisches Dorf verzichten. Ob auch im kommenden Jahr für die rund 11.000 Olympia-Starter und ihre Betreuer sowie später für rund 4.400 Paralympics-Teilnehmer ein gemeinsames Athletendorf zur Verfügung stehe, sei eine "von vielen tausenden Fragen" für die Notfall-Gruppe, so Bach.

Die mehr als 5.000 Wohnungen des olympischen Dorfes sollten eigentlich nach den Sommerspielen und den Paralympics in diesem Jahr an private Eigentümer übergeben werden und sind zum Teil schon verkauft.

"Wir tun, was wir können, damit es ein olympisches Dorf gibt. Dort schlägt normalerweise das Herz der Spiele. Aber es ist eine beispiellose Herausforderung", sagte Bach. Die Athleten müssten sich voraussichtlich an andere Wohnbedingungen anpassen, fügte er hinzu.